Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Brunstkalender, 21. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Landliebe gesucht: Roman (Taschenbuch)
Titel und Covergestaltung lassen auf oberflächlich-alberne Chicklit schließen. Wie angenehm, während des Lesens feststellen zu dürfen, das das Buch deutlich mehr Tiefgang hat, als die Äußerlichkeiten vermuten lassen. Ich fürchte nur, dass der Verlag damit einige Fehlkäufe heraufbeschwört. Der Originaltitel "Brunstkalender" wäre auch im Deutschen passender und witziger gewesen, immerhin geht es um einen Bauernhof mit Milchwirtschaft und Kälberzucht sowie um eine kinderlose Frau, die quasi auch einen Brunstkalender führt. Vom Inhalt her ist es ein netter Familienroman: Die drei erwachsenen Töchter des Bauernehepaars Irene und Rolf leben ihr eigenes Leben fernab des elterlichen Hofs. Sie sind in ihren Charakterzügen so unterschiedlich, dass sie sich wohl nie kennen gelernt hätten, wenn sie nicht in derselben Familie aufgewachsen wären. Jede hat ihre eigenen Sorgen und Probleme, die erstmals bei einem Kindergeburtstag aufeinander prallen, mit dem Tod des Vaters aber bei allen Frauen (Mutter Irene und Töchter Åsa, Lena und Marie) zu einer Lebenskrise mutieren. Der Stil ist flüssig und zeitgemäß, auch wenn ich mich wirklich nicht mit der Gegenwartsform bei Romanen anfreunden kann. Die Autorin wechselt je nach im Mittelpunkt der Handlung stehenden Personen das Tempo und die Formulierungen, nette Idee! Beispiel - die ersten Seiten: Das Kapitel zu Lena ist eine typische Familiensituation mit gestresster Mutter, abwesendem Vater, chaotischen Kindern und vielen Haustieren. Entsprechend durcheinander ist auch der Schreibstil. Marie ist Bardame, sie ist nur an Äußerlichkeiten wie Lippenstift und Zurschaustellung ihrer Brüste interessiert. So oberflächlich und kurz angebunden Gespräche in einem solchen Umfeld sind, so abgehackt und kurzatmig ist auch der Schreibstil dieses Kapitels. Langatmig fand ich besonders die Beschreibung von Åsa und ich dachte anfangs "Was interessiert mich das Leben einer stinkreichen, schüchternen IT-Spezialistin? Aber das legte sich. Dieser Familienroman ist weit von "Friede, Freude, Eierkuchen" oder "Bullerbü für Erwachsene" entfernt, wie es der Waschzetteltext vermuten lässt. Die handelnden Personen sich realistisch gezeichnet, jedes Verhalten ist so gut nachvollziehbar, dass ich mitunter bei einem Streit großes Verständnis für beide Parteien hatte oder sogar dachte, die Autorin beschreibe mich selbst. Bei allen tragischen, traurigen und turbulenten Vorgängen gibt es auch urkomische Elemente. Ich denke da an eine Szene, in der Robert nach einer heißen Sexnacht mit heruntergelassener Hose auf dem Teppich einschläft und in eben diesem Zustand am nächsten Morgen beim Aufwachen in die neugierigen Gesichter seiner drei Kinder blickt, die wissen wollen, ob er in der Nacht den Weg zur Toilette nicht mehr gefunden hat. Angenehm ist das offene Ende in Bezug auf die Liebesbeziehungen der drei Schwestern, alles andere wäre mir zu kitschig gewesen. Mein Fazit: Auf der Suche nach dem Glück muss man erst ganz tief fallen oder einen schweren Verlust erleiden, um die Kraft zu haben, neu anzufangen und das Leben zu meistern.
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2.0 von 5 Sternen
Nicht meine große Liebe, 19. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Landliebe gesucht: Roman (Taschenbuch)
Bei "Landliebe gesucht" habe ich bestimmt nicht mein neues Lieblingsbuch gefunden, denn Emma Hambergs Geschichte ist mir ein wenig zu konstruiert und ein wenig zu überfrachtet mit Klischees und dann doch wieder alles-wird-gut-Wendungen. Lena haut als Mutter und Frau von Robert aus ihrem Leben ab, aber nicht nur ihr Leben nimmt danach dramatische Wendungen, sondern sie zieht gleich noch ihre beiden Schwestern und - durch den Tod des Vaters - ihre Mutter mit in den Strudel von Wirren und herzensbrecherischem Verhalten. Die Idee und die Schilderungen, wie alle Beteiligten damit umgehen und versuchen, ihr eigenes Leben zu meistern und ihr eigenes Glück (und damit die "Landliebe" - der Titel ist somit meiner Meinung nach nicht ganz abstrus) zu finden, ist im Ansatz toll, aber jede der Personen hat eine Eigenschaft oder einen Charakterzug, den ich einfach nur nervend und somit unsympatisch fand. Marie - snuskauend (nach meinen Schwedenaufenthalten ist das finde ich wirklich das widerlichste, was es gibt!!) und mit dem Charme einer alternden Bordsteinschwalbe. Asa - ein Nerd, die möglichst nicht angesprochen werden will und mit keinem Menschen etwas zu tun haben möchte, sich aber doch für alle den A**** aufreißt. Lena - die oft mit zweierlei Maß misst. Irene - ständig jammernd, ständig ich-bezogen. Ich wurde zwar für die Dauer des Lesens einigermaßen gut unterhalten, aber ein weiteres Buch werde ich nicht von Emma Hamberg in die Hand nehmen, dann für leichte Unterhaltung doch ein Kerstin Gier und Gaby Hauptmann Buch - da weiß man wenigstens von vornherein, was man bekommt...
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3.0 von 5 Sternen
Mutterliebe mal aus verschiedenen Sichten, 1. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Landliebe gesucht: Roman (Taschenbuch)
Lena, Asa und Marie sind Schwestern mit total unterschiedliche Leben. Sie sehen sich zwar bei Familienfesten, haben aber ansonsten kein sehr inniges Verhältnis. Die Liebe zu ihren Eltern führen die vierfache Mutter, die Barkeeperin und die Computerspezialistin nach einen Schicksalsschlag wieder auf dem elterlichen Betrieb zusammen. Nicht nur das Schicksal des Bauernhofes liegt in ihren Händen. Landliebe gesucht, der Titel und auch das Cover lässt etwas ganz anderes erwarten. Zwar ist es schon auch eine Liebesgeschichte, aber auf eine tiefgründige Art. Die Geschichte der drei Schwestern liest sich flüssig und leicht. Man muss oft schmunzeln und erkennt sich teilweise in einigen Charakterzügen wieder. Das Gefühl der Liebe zu seinen Kindern wird in diesem Buch von verschieden Seiten oder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und wunderschön beschrieben. Das Ende war nicht wie erwartet, aber im Laufe der Geschichte konnte man leicht den Lauf der Handlung erahnen, was aber dem Gesamteindruck nicht schadete.
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