Landliebe ist ein frisch und schwungvoll geschriebener Roman über ein schwules Liebespaar, das in einer ländlichen Gegend in Friesland zusammenfindet. Die Charaktere sind sympathisch gezeichnet und die Lektüre des Buches hätte mir durchaus einen vergnüglichen Leseabend bescheren können, wenn ich mich nicht bei jedem zweiten Satz gefragt hätte, was denn mit dem Lektorat des Verlags los ist, oder ob es ein solches bei Himmelstürmer überhaupt gibt. Über die Rechtschreibfehler will ich mich gar nicht lange auslassen, aber die vielen, kunterbunten Sprünge in der Erzählzeit hätten dringend einer Überarbeitung bedurft. Ohne sichtbare dramaturgische Logik springt der Autor in jedem zweiten Satz zwischen willkürlich gewählten Zeitformen. Meiner Erfahrung nach sind häufige Sprünge in der Erzählzeit ein Anfängerfehler, den ich nicht so schlimme finde, wenn ich im Internet in irgendwelchen Geschichten-Archiven Stories von Autoren lese, die das erste Mal ihre Fühler in Richtung Publikum ausstrecken. Unterhaltsam kann die Geschichte ja dennoch sein und Übung macht den Meister.
Aber derartige Mängel in einem gedruckten Buch eines auf dem schwulen Buchmarkt gut platzierten Verlages ? Das hätte wirklich nicht sein müssen!