Nachdem ich im vergangen Jahr das Buch "Mediterrane Gärten gestalten" von Oliver Kipp gelesen habe und begeistert war, hat mich sein neues Buch zu den "Landhausgärten" auch gleich interessiert. Und ich bin nicht enttäuscht worden!
Der Autor überzeugt wieder mit fundierten Texten und vielen inspirierenden Bildern und Gartenplänen. Hier werden keine inhaltsleeren Floskeln verbreitet, wie man das aus verschiedenen Gartenzeitschriften kennt, sondern ausführlich informiert. Das Buch ist deshalb auch für Anfänger mit wenig Gartenerfahrung geeignet. Zudem erfährt man noch eine Menge über die Geschichte der Gartenbaukunst u.v.m.
Zunächst führt der Autor in die Materie ein. Das ist auch wichtig, weil es viele Missverständnisse gibt. Z.B. wusste ich gar nicht, wie ein Cottage-Garten "definiert" ist. Zudem wird hier schnell klar, dass es "DEN Landhausgarten an sich" nicht gibt. Vielmehr gibt es verschiedene Formen - Kipp nennt im Wesentlichen drei: Cottage-Gärten (die v.a. von Blumen beherrscht werden; Gemüse ist eher dekorativ), formale Landhausgärten und naturnahe Landhausgärten.
Selbstverständlich spricht nichts dagegen, all diese Typen im eigenen Garten zu vereinen, zu vermischen und nebeneinander stehen zu haben.
Anschließend widmet sich Kipp der Gestaltung. "Plätze zum Verweilen" (Sonnenterrassen, Wege, Bodenbeläge usw.) sind ebenso Thema wie feste Gartenelemente (Eingänge und Bögen, Zäune, Hecken, Mauern, Natursteinmauern, Gartenhäuser, Pavillons usw.), ländliche Accessoires (u.a. auch Wasser im Garten) und schließlich Beete und Pflanzkombinationen (Standortfaktoren, Kräutergartenideen, Rasen, Gemüsebeete u.v.m.). Übersichtliche Pflanzpläne helfen bei der Gestaltung.
Der letzte große Abschnitt hat mich ganz besonders interessiert, denn hier geht es um die Pflanzen des Landhausgartens. Ausführlich geht der Autor auf zahlreiche Pflanzen ein, die typisch für den ländlichen Garten sind - vom Obstbaum bis zur Wiesenblume. Hier ist für jeden Geschack etwas dabei! Die Pflanzen sind alle mit farbigen Fotos vertreten, so dass man sich gleich ein Bild davon machen kann und weiß, ob sie einem gefällt.
Im Anhang findet man dann noch ein Glossar, Bezugsquellen und ein Arten- und Sachregister.
Ich mag die Gartenbücher von Oliver Kipp, weil er nicht unkritisch und nur "schwärmerisch" schreibt, sondern klar und stringent. Bei den Gartenhäusern widmet er sich z.B. auch der Problematik, dass es hier jede Menge unsinnigen Schnickschnack gibt, den man sich nicht unbedingt in den Garten stellen muss.
Ich habe jedenfalls eine Menge gelernt und mich inspirieren lassen! Mehr kann man von einem guten Gartenbuch eigentlich nicht erwarten.