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Landesbühne [Gebundene Ausgabe]

Siegfried Lenz
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 130 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: Erstausgabe (23. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455042821
  • ISBN-13: 978-3455042825
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 156.515 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Siegfried Lenz
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eines Tages fährt der Bus der Landsbühne auf den Gefängnishof von Isenbüttel. Für den inhaftierten Ich-Erzähler, einen Germanistikprofessor und Sturm-und-Drang-Experten, beginnt mit der Ankunft der Theatertruppe eine Reise in absurde Welten. Ohne Gegenwehr verlässt er mit seinem Zellengenossen Hannes und einigen Mitgefangenen im Wanderbühnenbus die Haftanstalt. Im Nachbarort knüpfen beide beim „Nelkenfest“ fruchtbare Kontakte. Hannes wird Leiter eines Ortsmuseums, der Professor hält Vorträge in der Volkshochschule. Die Vergangenheit des Germanisten kommt zu Besuch, der Gefängnisdirektor wünscht alles Gute. Und dann ist der Ausflug ins scheinbar wirkliche, tatsächlich aber eben nur scheinbare Leben ebenso schnell und unvermittelt zu Ende, wie er begonnen hat. Der schauspielernde Häftlingstrupp kehrt nach Isenbüttel zurück. Die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit wird durch die Gefängnismauern wieder klar gezogen.

Zwischen der Enge des Gefängnisraums und der schier unendlichen Weite eines nomadisierenden Wanderbühnenlebens haben sich die kleinen Geschichten eingerichtet, die Siegfried Lenz in seiner Erzählung Landesbühne vor seinen Lesern ausbreitet. Dabei schildert er noch die unerhörteste Begebenheit mit einer derartigen Selbstverständlichkeit, die im sanften Tonfall der Ich-Perspektive nirgendwo befremdet. Im Buch zeigt selbst die oberflächlichste Episode allegorische Tiefe. „Ihr Chor sang vermutlich gerade Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, heißt es einmal in Landesbühne über ein Foto, das das Nelkenfest dokumentieren soll, „und da sie bei dem Wort ‚Gott’ das Blitzlicht traf, bildeten ihre Münder ein ebenmäßiges dunkles Loch“. Hintergründiger, doppelbödiger kann man wohl kaum von Sinn und Unsinn auf der Lebensbühne, von Wahrheit und Lüge, Fülle und Leere im Spiel des Daseins schreiben.

Vielleicht ist es die traurigste, aber auch hoffnungsfrohste Botschaft der Erzählung, dass man aus dem Gefängnis seiner Existenz nicht ausbrechen kann. Und so bleibt auch Hannes beim letzten großen Fluchtversuch der Landesbühne mit dem Professor lieber in der Haftanstalt, um sich darin in aller Freundschaft einzurichten. Die Jahre des Sturms und Drangs sind längst vorbei. Doch Platz für Phantasie, so lehrt uns dieses schöne, altersweise Buch, ist in der kleinsten Zelle. -- Thomas Köster

Kurzbeschreibung

»Manchmal kann die Wahrheit nur erfunden werden.« Siegfried Lenz

Rätselhafte Dinge geschehen im Gefängnis Isenbüttel. Während einer Theateraufführung verlassen Häftlinge ungehindert das Gelände. Und kurz darauf feiert ein idyllisches Städtchen talentierte Schauspieler - die gar keine sind. Mit dem Hereinbrechen der Kunst und angetrieben von Gefühl, Leidenschaft und Phantasie entdeckt ein ganzes Gemeinwesen seine Möglichkeiten zu Größerem.

Und niemand scheint Verdacht zu schöpfen. Oder sind alle - der Intendant der Landesbühne, der Gefängnisdirektor, der Bürgermeister und die Bürger von Grünau - Teil einer grandiosen Inszenierung? Die Ausreißer selbst scheinen keine Ahnung zu haben. Werden Sie zurückkehren in ihre Zellen? >P<

Turbulent geht es zu auf der Bühne des Lebens. Geradezu labyrinthisch ineinander verschlungen sind die Geschichten, die das Leben schreibt, und die der Phantasie im Roman von Siegfried Lenz, denen man so lustvoll folgt.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im hohen Alter ist der Schriftsteller Siegfried Lenz zu einem absoluten Meister der Novellen geworden. Neben seinen Romanen waren es schon immer seine Erzählungen, die seinen Ruhm und seinen Ruf begründeten, doch die letzten beiden ragen für mich sprachlich und thematisch noch heraus. 2008 hatte er in seiner Novelle "Schweigeminute" die Liebesgeschichte einer Lehrerin mit ihrem Schüler erzählt und gezeigt, wie die Lebe gerade durch den Tod unsterblich wird, und damit Marcel Reich- Ranicki zu dem Urteil herausgefordert, das sei "vielleicht sein schönstes Buch."

Die neue Novelle wählt einen ungewöhnlichen Schauplatz als Ausgangspunkt. Im Gefängnis der norddeutschen Provinzstadt Isenbüttel begegnen sich der Ich-Erzähler Clemens, der als Professor sich von Studentinnen mit Liebesnächten für bestandene Examina entlohnen ließ, und Hannes, der an den Ausfallstraßen Hamburgs als verkleideter Polizist über lange Zeit erfolgreich schnellen Autofahrern Bußgelder ohne Beleg abknöpfte, bis auch er entdeckt wurde und im Knast landete.

Als eines Tages ein Bus der Landesbühne in den Gefängnishof einfährt, weil der rührige Gefängnisdirektor Karl Tauber etwas für die Kultur seiner Insassen tun will, reift in Hannes ein genialer Plan. Zusammen mit einem ehemaligen Schiedsrichter, der Spiele en masse verschoben hatte und dabei reich geworden war, gelingt es einer Gruppe von Gefangenen, darunter auch Clemens und Hannes, den Bus der Landesbühne sozusagen zu kapern und mit ihm zu fliehen. Sie landen in Grünau, wo man gerade dabei ist, das jährliche Nelkenfest vorzubereiten. Als die Bürger den Bus mit der Aufschrift "Landesbühne" sehen, "konnte ich beobachten, wie ein Tumult entstand, ein Freudentumult, immer wieder hörte ich den Ruf: ,Landesbühne, das ist die Landesbühne, die Landesbühne ist zu unserem Fest gekommen!'"

Hannes begreift die Gunst der Stunde sofort, ordnet das Bleiben der Flüchtenden an, und da erscheint auch schon "ein untersetzter, silberbärtiger Mann, Jens Uhlenkopp, der Bürgermeister von Grünau."

Er glaubt die Story sofort, wittert kulturelle Morgenluft für seinen Ort und hofiert in affektierter Weise die für Schauspieler gehaltenen Knackis. Alle möglichen kulturellen Aktivitäten sollen sie initiieren, der Bürgermeister sieht sein Kaff schon bald als eine Art regionales Kulturzentrum.

Es ist köstlich zu lesen, wie Siegfried Lenz da durchaus wohlwollend die Chuzpe der Knackis und die Eitelkeiten der Provinz- und Lokalpolitik beschreibt.
Als auch der Intendant der Landesbühne und der Gefängnisdirektor auftauchen, weiß man nicht mehr, ob man da gerade als Leser mit einer grandiosen Inszenierung konfrontiert ist. Auch die Gefangenen sind unsicher. Werden sie wieder zurückgebracht nach Isenbüttel ?

Am Ende bleibt die Geschichte von Clemens und Hannes, zwei Männern, wie sie ungleicher nicht sein können, zwischen denen sich eine außergewöhnliche Freundschaft entwickelt.

Ein schönes, lebendig geschriebenes Buch, das in einer wertvollen Leinenausgabe ediert wurde.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Liebenswerte Käuze 28. Oktober 2010
Von Dr. M.
Format:Gebundene Ausgabe
Der eine hat, als Polizist verkleidet, illegal Bußgelder eingestrichen, der andere hat sich günstige Beurteilungen von Studentinnen durch Liebesdienste entlohnen lassen: Hannes und der diese Geschichte erzählende Professor. Zu den beiden Protagonisten hinzu gesellen sich Mumpert, der bestechliche Schiedsrichter, und Bolzahn, der Heiratsschwindler. Sie alle und noch einige mehr nutzen den Auftritt der Landesbühne im Hamburger Gefängnis Isenbüttel (ein Wortmix aus der durch Hamburg fließenden Ise und dem berühmten Gefängnis Fuhlsbüttel), wo sie gemeinsam einsitzen, um sich im Schutz der Requisite davonzustehlen. Die Flucht wird zum kulturell hochwertigen Intermezzo, als die Sträflinge mit dem Bus der Landesbühne in dem kleinen Ort Grünau stranden, wo gerade das Nelkenfest stattfindet, das der Professor im Rahmen einer vom begeisterungsfähigen Bürgermeister eiligst ausgerufenen Kulturwoche mit einem Volkshochschulkurs zum Sturm und Drang und Hannes mit der Eröffnung eines Heimatmuseums bereichert. Der Professor schart Anhänger um sich, eine von ihnen ist die spendable Café-Inhaberin Hedwig, bei der er eine provisorische Bleibe findet. Auch eine alte Bekannte steht plötzlich vor ihm. Die sich seinerzeit im Germanistik-Studium von ihm übervorteilt fühlende Isolde Bromfeld ist heute Volontärin beim örtlichen Tageblatt.

Es ist schwer, sich auf diese mal launige, mal besinnliche Geschichte einen Reim zu machen. Zwischendurch steigert sich der Ausflug in die Provinz von der Posse zur Groteske, wenn etwa der Gefängnisdirektor unter den Gästen des Nelkenfestes auftaucht und erst mal gar nichts unternimmt. Vielleicht ist auch alles nur ein Knast-Traum. Und der endet abrupt. Auf den Höhepunkt der Festwoche, die Verleihung der Nelkenorden, bei der die kauzigen Helden natürlich nicht leer ausgehen dürfen, folgt die Ernüchterung: Die Ausbrecher werden abgeführt. Einer knüpft sich daraufhin mit einem Bettbezug auf, Hannes schmiedet dagegen schon den nächsten Fluchtplan.

"Landesbühne" wird zwar niemanden vom Hocker reißen, doch man liest das Büchlein trotzdem gerne und mit gelegentlichem Schmunzeln durch. Es ist eine mit leichter Hand geschriebene Hymne auf die Freundschaft, zu der sich die Zellengenossenschaft der beiden Hauptfiguren im Lauf der Jahre entwickelt hat, und einige der seltsamen Käuze, die dieser Band versammelt, werden dem Leser ebenso ans Herz wachsen wie dem Ich-Erzähler. Dass sich hier manches nicht zu einem stimmigen Ganzen fügen will, ist dann auch schon fast vergessen.

Für Freunde von Norddeutschland und liebenswerten Käuzen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wohltuend 25. September 2009
Von W. Kalus
Format:Gebundene Ausgabe
In unserer hektischen Zeit, in der die Alltagssprache immer mehr um sich greift, stellt Siegfried Lenz' neue Erzählung eine große Ausnahme dar:
Sprache und Erzählfluss sind stets einfach und verständlich, aber nie schlicht. Gerade weil die Geschichte in früherer Zeit ohne Handys und Rechner angesiedelt ist - ja: es werden sogar noch Volkslieder gesungen! - ist sie zeitlos und kann auch in späteren Jahrzehnten noch mit Vergnügen gelesen werden.
Dieses Schelmenstück ohne ausufernde Detailversessenheit erfordert kein "Wieso und Warum?" und kann durch Lenz' wie immer klare, nie anbiedernde Sprache einfach nur genossen werden.
Die "Landesbühne" ist eine gute Empfehlung für einen entspannten Lesenachmittag. Schön dass es heutzutage solche Bücher AUCH noch gibt!
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Vor 22 Monaten von Jürgens "Bücher" veröffentlicht
Enttäuschend
Was verspricht denn der Klappentext?
Rätselhafte Dinge in einer Haftanstalt ... eine grandiose Inszenierung... turbulent geht es zu auf der Bühne des Lebens... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. April 2010 von H. Cresspahl
Schon ein bisschen enttäuschend und unrealistisch
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Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von variety
Motivation für junge Autoren
Was macht man, wenn man ein solches Buch geschenkt bekommt? Erst einmal freut man sich! Man denkt Lenz/Deutstunde. Ja warum nicht. Habe lange nichts mehr von ihm gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von Hüttenrauch, Oliver
Leider missglückt
Siegfried Lenz war mit seiner "Deutschstunde" derjenige, der mich in meiner Jugend erst zum Leser gemacht hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Januar 2010 von Jules Aston
Altersbedingtes Wunschdenken
Die Kurzerzählung "Landesbühne" von Siegfried Lenz fällt dem Interessierten zunächst dadurch auf, dass hier der Verlag Hoffmann und Campe sich nicht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Dezember 2009 von Johan Lange
Kurz aber fein
Obwohl Lenz' Sprache einfach und klar bleibt, ist hier ein Buch gelungen, das auf hohem Niveau poetisch unterhält. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 von Stefanie Würfel
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