In Amerika lernt die junge Weltenbummlerin Michele, die es nie lange an einem Ort hält, den jordanischen Studenten Omar kennen und beschreitet mit ihm ein neues, abenteuerliches Kapitel ihres Lebens. Trotz der Fremdartigkeit der moslemischen Sitten und anfänglichen Schwierigkeiten mit der Verständigung lernt Michele bei der Familie Omars zum ersten Mal, was es bedeutet am Leben anderer teilzuhaben. Hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und persönlicher Freiheit und der Liebe zu Omar und seiner Familie versucht Michele ihre eigenen Gefühle mit den starren gesellschaftlichen Regeln im Dorf zu vereinbaren. Der Autorin ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die Atmosphäre dieses kleinen jordanischen Dorfes auf die Seiten zu zaubern. Sehr interessant ist auch die Gefühlswelt Micheles. Trotz gelegentlicher "Fluchten" in die westliche Zivilisation scheint sie doch die Großfamilie "zu Hause" nicht vergessen zu können. Die Gegensätzlichkeit ihrer Gefühle und der stetige Versuch der Persönlichkeitsfindung geben dem Buch zusätzliche Spannung. Kein Märchen aus tausendundeiner Nacht, aber eine sehr gefühlvoll erzählte und eben nicht so alltägliche Alltagsgeschichte.