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Land ohne Kinder: Wege aus der demographischen Krise
 
 
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Land ohne Kinder: Wege aus der demographischen Krise [Taschenbuch]

Peter Mersch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 212 Seiten
  • Verlag: Books on Demand Gmbh; Auflage: 1 (5. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833449225
  • ISBN-13: 978-3833449222
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.378.243 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Mersch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren: Deutschland altert mit unvorstellbarer Geschwindigkeit. Bislang konzentrieren sich fast alle Vorschläge zur Anhebung der Geburtenrate auf eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Peter Mersch stellt dar, dass solche Maßnahmen zwar wünschenswert sind, aber keine ausreichenden Effekte erzielen werden, zumal sie die eigentliche Ursache der Kinderarmut nicht ausreichend adressieren. Er schlägt stattdessen den neuen Beruf der „Familienmanagerin" vor: speziell ausgebildete Erzieherinnen, deren Leistung entsprechend der Zahl der von ihnen aufgezogenen Kinder vergütet wird. Die Finanzierung der Familienmanagerinnen könnte über zusätzliche, nach Einkommensgruppen und Kinderzahl gestaffelte Abgaben erfolgen. Damit würde die Lücke zur Rentenversicherung geschlossen und jeder Erwerbstätige verpflichtet, für Nachfolger der eigenen Person zu sorgen, sei es durch das Aufziehen eigener Kinder oder indirekt über Abgaben. Der Autor zeigt auf, dass die qualitative Verbesserung der kindlichen Erziehung in modernen Wissensgesellschaften einen Standortvorteil darstellt. Die Familienmanagerinnen könnten hier neue Maßstäbe setzen.

Klappentext

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren: Deutschland altert mit unvorstellbarer Geschwindigkeit.

Bislang konzentrieren sich fast alle Vorschläge zur Anhebung der Geburtenrate auf eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Peter Mersch stellt dar, dass solche Maßnahmen zwar wünschenswert sind, aber keine ausreichenden Effekte erzielen werden, zumal sie die eigentliche Ursache der Kinderarmut nicht ausreichend adressieren. Er schlägt stattdessen den neuen Beruf der "Familienmanagerin" vor: speziell ausgebildete Erzieherinnen, deren Leistung entsprechend der Zahl der von ihnen aufgezogenen Kinder vergütet wird.

Die Finanzierung der Familienmanagerinnen könnte über zusätzliche, nach Einkommensgruppen und Kinderzahl gestaffelte Abgaben erfolgen. Damit würde die Lücke zur Rentenversicherung geschlossen und jeder Erwerbstätige verpflichtet, für Nachfolger der eigenen Person zu sorgen, sei es durch das Aufziehen eigener Kinder oder indirekt über Abgaben.

Der Autor zeigt auf, dass die qualitative Verbesserung der kindlichen Erziehung in modernen Wissensgesellschaften einen Standortvorteil darstellt. Die Familienmanagerinnen könnten hier neue Maßstäbe setzen.


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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Aufziehen von Kindern muss Teil der arbeitsteiligen und produktiven Welt werden, 10. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Land ohne Kinder: Wege aus der demographischen Krise (Taschenbuch)
Das Angenehme an diesem Buch ist, dass es die ganze Debatte um Kinderlosigkeit und Überalterung entmystifiziert und sehr ideologiefrei, sachlich und furchtlos die Ursachen benennt und nach einer praktischen Lösung sucht.

Es wird ein neuartiges Konzept zur Anhebung der Geburtenraten und zur Qualitätssicherung des Nachwuchses vorgestellt und begründet.

Peter Mersch schlägt vor, es Frauen zu ermöglichen, die Leitung der eigenen Familie als regelrechten Beruf zu wählen, als Beruf, dem sich eine Frau mit ganzem Herz, Seele, Leib und Kopf widmen kann, mit Ausbildung und Fortbildung, bei angemessener Bezahlung, sozialer Sicherheit, Zukunftsperspektive und gesellschaftlicher Anerkennung.

Würde so ein Ansatz tatsächlich durchgeführt werden, entstünde für viele Frauen eine ganz neue Perspektive, sie könnten sachlich und ohne Einschränkungen und Angst vor Abhängigkeit die Gründung einer auch größeren Familie in Betracht ziehen und in die Wege leiten, mit einer bewussten Entscheidung für den Beruf der Mutter und vorerst gegen irgendeinen anderen Beruf. Denn, davon ist der Autor überzeugt, und dem kann ich mich als Frau nur anschließen, viele Frauen wollen gern eine Familie gründen und leiten, bereiten sich darauf von Kind auf vor, nur, wenn die Berufswahl ansteht, gilt "Mutter" plötzlich nicht mehr als Berufsoption, sondern als Katastrophe oder Notfall.

Nach einem durch Zitate und Statistiken fundierten Ausblick auf die, sollte es zu keinen effizienten Lösungen kommen, unvermeidlichen und düsteren Auswirkungen der demographischen Entwicklung kommt Mersch zum Kern des Buches.

Als eine der wichtigsten, wenn nicht als die wichtigste Aufgabe des Sozialstaates benennt er die Reproduktion des Humankapitals, denn das Humankapital, wohlgemerkt mit den Faktoren Quantität und vor allem Qualität, also Qualifikation, Gesundheit und Motivation der Menschen, ist der Schlüsselfaktor heutiger Gesellschaften.

Reproduktiven Aufgaben wie eben dem Aufziehen von Kindern jedoch werde (eigentlich paradoxerweise, denn es wird da ja das Wichtigste geleistet) gesellschaftlich eine geringe Bedeutung beigemessen, was man ja auch an der untergeordneten Rolle der mit Reproduktion beschäftigten Ministerien, wie Familienministerium etc. sehe.

Das kostbare und so dringend benötigte Humanvermögen jedoch wird nun einmal innerhalb der Familien generiert, "reproduziert" ...und mehr als 20 Jahre sind nötig für Erziehung und Ausbildung, um für die Gesellschaft produktiv werden zu können, bis dahin muss nun einmal investiert werden.

Das Aufziehen von Kindern in der Familie muss also Teil der arbeitsteiligen und produktiven Welt werden, Teil der "wirklichen Welt", denn nur so wird diese Tätigkeit auch für begabte und gebildete Frauen mit unterschiedlichen Optionen und Perspektiven interessant.

Wenn es möglich wäre, einen Menschen binnen einem Jahr aufzuziehen und auszubilden, dann wären die Familien vermutlich längst als Family AG mit dem Geschäftsfeld "Just-In-Time-Produktion von Humanvermögen" an die Börse gegangen.

Mersch wirbt um eine Professionalisierung dieser "Reproduktionstätigkeit", eine Verschiebung aus der Reproduktion in die Produktion, aus dem Dunstkreis des Heimchens am Herd zu einer geachteten und gut bezahlten Tätigkeit als Familienarbeiterin mit sozialer Sicherheit und Perspektive.

Niedrige Geburtenraten seien eine Folge hoher Bildung. Frauen haben sich im Zuge der Emanzipation befreit, haben die Möglichkeit, ein selbstständiges, unabhängiges Leben zu führen, allerdings nur, solange sie kinderlos bleiben.

Die spezifische Fähigkeit der Frau zur Reproduktion sei die einzige menschliche Kompetenz, mit der in unserer arbeitsteiligen Welt kein Geld zu verdienen sei, und solange dieser Zustand anhalte, seien Frauen nicht wirklich emanzipiert, nicht wirklich gleichberechtigt.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, wie es ja bei allen derzeit in Betracht gezogenen Versuchen zur Anhebung der Geburtenrate angestrebt wird, hält Mersch für gescheitert. Für eine stabile und gesunde Reproduktionsrate werden Frauen benötigt, die drei und mehr Kinder bekommen wollen, da es heutzutage nun einmal eine beträchtliche Zahl von Frauen und Männer gebe, die kinderlos bleiben wollen, da sie ihr Lebensglück berechtigterweise in ihrem Beruf finden. Diese Menschen sollen auch kein schlechtes Gewissen haben, sondern ihren Anteil an der gesellschaftlichen Reproduktion eben an die Spezialisten delegieren können.

Vorgeschlagen wird deswegen die Einrichtung von staatlich ausgeschriebenen Stellen für Familienmanagerinnen, die in der Regel in einer Beziehung / Familie leben bzw. diese gründen, aber auch partnerlos sein können, und die für jedes eigene oder adoptierte Kind, das sie aufziehen, einen

Leistungsbetrag, erhalten.

Interessierte Frauen - oder auch Männer - müssen sich bewerben, sie müssen qualifiziert sein, bzw. Qualifikationen erwerben, bereit sein, sich beständig fortzubilden und die Leitung ihrer Familie als Vollzeittätigkeit auszuüben.

Dabei wird dann auch endlich einmal wieder vor Augen geführt, dass Familie mehr ist und sein muss als Ernährung, Betreuung und Verwahranstalt, und dass Muttersein viel viel mehr bedeutet als Hausfrauentätigkeit.

Die Aufgabe der Familienmanagerin ist es, die zwischenmenschlichen Beziehungen im Organismus Familie zu gestalten und zu pflegen, d.h. das herzustellen, was spezifisch menschlich zu nennen ist, was einen Mehrwert im Zusammenleben schafft, und was in Familien im Dauerstress und Doppelbelastung kaum mehr zu finden ist .

Die handwerklichen Tätigkeiten wie Putzen, Bügeln, Wäsche waschen können also gern delegiert werden, die kognitiven und emotionalen Tätigkeiten jedoch werden von der Familienmanagerin ausgeführt und bedürfen der Aus- und Fortbildung.

Finanziert werden die Familienmanagerinnen über Steuergelder, besteuert werden sollen in erster Linie gut verdienende kinderlose Einzelpersonen und Doppelverdiener, diese Zusatzbesteuerung würde ab zwei oder drei eigenen Kindern entfallen, jeder kann also für sich entscheiden, ob er seinen Teil an der gesellschaftlich notwendigen Reproduktionsleistung selbst erbringen oder "outsourcen" möchte.

Mersch vergleicht dann sein Modell mit verschiedenen anderen Konzepten für Erziehungsgeld, Erziehungsgehalt usw.

All diese Maßnahmen, die ja auf dem laut Mersch gescheiterten Konzept der Vereinbarkeit von Beruf und Familie basieren, seien einerseits nicht effektiv genug um die Reproduktionsraten tatsächlich nennenswert zu erhöhen.

Andererseits werde bei diesen Maßnahmen nicht der ganz wichtige Faktor "Qualität" berücksichtigt. Qualität der Kindererziehung von Anfang an, Zeit, Ruhe, Zuwendung und Interesse, frühkindliche Erziehung und Intelligenzbildung, Vermitteln von sozialer Kompetenz, Förderung von Wissen und Motivation in der Familie durch eine Mutter (oder einen Vater), die dafür ausgebildet und motiviert ist und die ihre Familienarbeit als Beruf begreift und die leistungsgerecht für ihre Tätigkeit der "Menschenproduktion" bezahlt wird, all das ist nicht möglich, mit einem Erziehungsgeld, das nur für wenige Jahre unterstützt, aber keine dauerhafte Sicherheit bietet.

Gefahr solcher Modelle sei außerdem ein Baby-Boom bei sozial-schwachen, bildungsfernen Schichten, während die Anreize für qualifizierte Frauen wiederum zu gering seien, was alles wiederum zu Lasten der Qualität des Nachwuchses ginge. Es sei ja nicht gesichert, dass so ein Erziehungsgehalt wirklich für ernsthafte Elternarbeit verwendet werde und die Kinder nicht verwahrlost zu unqualifizierten Erwachsenen, die sich nicht selbst tragen können, aufwachsen.

Dieses Buch ist übrigens gerade auch verständlich und bereichernd, wenn man sich mit dem Thema noch nicht so viel befasst hat. Peter Mersch untermauert all seine Thesen und Argumente seriös, fundiert und ausführlich mit Zitaten aus der zum Thema erhältlichen Literatur, so dass auch ganz abgesehen von seinem neuartigen Konzept zur wirklichen LÖSUNG des Problems auch der Eindruck entsteht, nach der Lektüre seines Buches erstmal ganz gut informiert zu sein.
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