Helm Tempow ist ein abgebrühter Privatdetektiv, der lieber gar nicht zu viel weiß über die Fälle, die seine Mittelsmänner ihm heranschaffen. Von Berlin führt ihn sein neuster Fall nach Kapstadt: 38° Lufttemperatur, wolkenloser Himmel, Hotel mit Blick auf den Atlantik. Hier soll er einen Mann namens Timothy Butler ausfindig machen, einen hageren Schwarzen mit wilder Afromähne um die 40. Seit sieben Jahren sind die deutschen und afrikanischen Behörden auf der Suche nach dem Mann, jetzt ist der Fall kurz davor, zu den Akten gelegt zu werden - doch für Helms Auftraggeber sind die Geschehnisse von damals noch lange nicht vergessen. Nun, so genau will Helm das wie gesagt gar nicht wissen, er macht sich stattdessen routiniert an die Arbeit und befragt die Menschen aus Timothys damaligem Umfeld nach Hinweisen über den derzeitigen Aufenthaltsort des Mannes. Einen ersten wertvollen Hinweis erhält er von einem damaligen Arbeitgeber: Timothy hatte anscheinend gute Kontakte zur ANC (Afrikanischer Nationalkongress), der einst verbotenen Partei, die sich als Interessenvertretung der farbigen Bevölkerungsgruppen Südafrikas versteht und die seit den 1990er Jahren die Regierung der Republik Südafrika stellt.
Mit Fortschreiten der Ermittlungen fällt es Helm zunehmend schwerer, seine distanzierte Fassade aufrechtzuerhalten, denn hinter auf Zettel notierten Namen, hinter Phantomzeichnungen und Fotos von Zielpersonen stecken reale Menschen und Geschichten: Zum Beispiel von einem Vater, der den Entführer seiner Tochter sucht und einer Tochter, die den Vater ihres Kindes finden will ...
Blettenbergs Erzählstil nimmt einen von der ersten Zeile an gefangen. Es ist, als höre man einen lässigen, raubeinigen Erzähler mit Reibeisenstimme die sich im Kopf des Lesers abspielenden Filmszenen in afrikanischer Kulisse kommentieren. Ein spannender Roman über Südafrika, es geht um Geiselnahme, das große Geld, um Politik, Drogen und auch um die Liebe. Sehr empfehlenswert, besonders für Blettenberg-Fans ein Muss.