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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbar!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Land der Wunder (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich die ersten fünfzig Seiten gelesen hatte, dachte ich mir: Nun wird dem Autor ja wohl bald das Pulver ausgehen, diesen Stil hält er nicht durch. Ich hatte mich geirrt: Es geht 500 Seiten so weiter. Es ist eine ungemein leichtfüßig gehandhabte, metaphernsatte, abenteuerlich wortreiche Sprache, in welcher die Geschichte des Johannes Schönbach erzählt wird. Schönbach ist eine Art moderner (nur eben gebildeter) Parsifal, der in der DDR wegen falscher Äußerungen von der Uni fliegt, in einem Schnapslager landet, später Korrektor in einer SED-Zeitung wird, den Mauerfall verschläft und nach der Wende im Westen Karriere macht, zunächst als Journalist, dann als ein äußerst skurriler Unternehmer. Augenscheinlich legt es Klonovsky auf einen Systemvergleich an, dem Hauptkapitel "Gosse" (dem Schnapslager) steht "Gosse, zum zweiten" (eine Münchner People-Zeitschrift) gegenüber, während "Genossen" und "Unter Aufgeklärten" den jeweiligen Grad von politischer Manipulation im Journalismus Ost und West thematisieren.Es ist beileibe kein Journalistenroman, vielmehr nutzt der Autor das Milieu lediglich, um eine besondere Beobachterperspektive auf die unmittelbare Wendezeit zu schaffen. "Die Dinge des Lebens" (so heißt der fünfte Teil) lassen den Systemvergleich dann hinter sich. "Land der Wunder" lässt ein ein Figurenpersonal auftreten, wie man es plastischer, schräger und komischer selten erlebt hat. Es sind, vom Haupterzählstrang abgesehen, lauter großartige Miniaturen, der erste Westberlin-Besuch der Hauptfigur etwa oder dessen "Liebes"-Reise mit einer arg feministischen West-Kollegin nach Positano oder sein One-Night-Stand mit einer Bibliothekarin, bei dem der bibliophile Schönbach erst dann "kommt", als die beiden parallel einen Bücherklau aushecken. Ich habe stellenweise Tränen gelacht. Dass der Autor auch die ernste Tonart beherrscht, merkt man am Schluss. Fazit: Wunderbar! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verbales Feuerwerk,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Land der Wunder (Gebundene Ausgabe)
Wie ein Schlafwandler mäandert Johannes Schönbach durch sein ge- und (bisweilen auch ziemlich) besinnungsloses Dasein, und er stolpert dabei über jede Menge große Wunder und kleine Banalitäten (und umgekehrt). Der verkrachte Philologenprimus mutiert zunächst vom Gabelstaplerfahrer eines Schnapslagers in Ostberlin zur Boulevardblattedelfeder in der Isarmetropole, um am Ende sein Glück (und Seelenheil?) als Unternehmer zu suchen. Durch diese kurvenreiche Karriere irrlichtern allerlei bizarre Gestalten, deren Bekanntschaft zu machen Schönbach nicht immer, dem Leser dafür umso größeres Vergnügen bereitet. Überhaupt ist es eine Lust, sich Klonovskys Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen; allein um ihretwillen lohnt sich die Reise in das burleske Land der Wunder...
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hochkomisch und erschütternd,
Von
Rezension bezieht sich auf: Land der Wunder (Gebundene Ausgabe)
Der Autor macht's einem zunächst nicht leicht mit seiner Hauptfigur:Johannes Schönbach ist ein wahnsinnig gebildeter, aber auf die Abwege der Trinkerei geratener Ostberliner Sozialautist, der in einem Schnapslager arbeitet. Es dauert eine Weile, bis man kapiert, wie dieser Mensch dorthin geraten konnte. Klonovskys Schilderungen der Ostberliner Zustände vor dem Mauerfall - nach dem Schnapslager spielt die Handlung in der Redaktion einer SED-Zeitung - sind so bizarr, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt. Nach der Wende macht Schönbach Karriere, kommt richtig zu Geld, wird ein Zyniker, aber bevor man ihn wirklich nicht leiden kann, kriegt er die Kurve. Das Ende ist überraschend. Manche mögen es kitschig finden, ich fand es sehr anrührend. Dieser Roman ist eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der einem dauernd das Lachen im Halse steckenbleibt, und er ist dermaßen gut geschrieben, daß man manche Sätze gern fünfmal liest. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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