Noch eine Rezension? Es kann nicht schaden. Jede ist subjektiv und stellt jene Aspekte in den Vordergrund, die den Autor persönlich bewegen. Aus der Vielfalt der Meinungen ergibt sich einem Mosaik gleich ein optimales Gesamtbild, welches dem potentiellen Käufer die Entscheidung erleichtert.
Mein Anliegen ist es primär, die schriftstellerische Leistung von Andreas Schramek zu würdigen, ein opulentes Gemälde der lebhaften, auch widersprüchlichen Zeit der 18. Dynastie entworfen zu haben - bis hin zur detailreichen Schilderung von Bauwerken, ja, sogar Festen. Das hat mich fasziniert. Überzeugend gelingt es ihm, Lücken der Geschichte, die sich aus fehlenden Quellen ergeben, mit seiner lebhaften Phantasie auszufüllen. Für mich macht das den besonderen Reiz eines historischen Romans aus. Dabei ist es durchaus legitim, eigene Hypothesen einzubringen, auch auf die Gefahr hin, dass diese eines Tages durch neue Entdeckungen widerlegt werden. Die Wissenschaft macht es nicht anders. Man denke nur an die zahlreichen Theorien um den Tod von Tutanchamun.
Mit "Im Land des Falkengottes" gelang dem in Weimar lebenden Rechtsanwalt und Schriftsteller, Mitglied des Internationalen Ägyptologenverbandes, eine bemerkenswerte Trilogie von hoher Leserwirksamkeit, die auch im Ausland Interesse findet und nachgedruckt wird. Beurteilen kann man sie eigentlich nur, wenn man alle drei Bände gelesen hat.
Eingebunden in die Lebensbeichte des "Gottesvaters" Eje, eines der dienstältesten Hofbeamten und späterer Pharao, die wohl schillerndste Persönlichkeit dieses abenteuerlichen Zeitabschnittes, werden die Könige Amenophis III., Echnaton und Tutanchamun und mit ihnen viele der Großen lebendig.
Nachdem ich die ersten Seiten des ersten Teils ("Amenophis") geradezu "verschlungen" hatte, hörte ich erst bei der letzen des dritten ("Tutanchamun") auf. Vor meinem geistigen Auge enstanden immer neue Bilder, die mir suggerierten: So könnte es gewesen sein.
Was kann man von guter Unterhaltungsliteratur mehr erwarten?