in "Land, Land" berichtet Sandor Marai aus dem amerikanischen Exil über seine letzen Jahre in Ungarn. Diese Jahre, vom Krieg und dem sich im Aufbau befindenden Kommunismus geprägt, werden hier in all ihrer Schrecklichkeit und Tristheit dargelegt, ohne dramatisiert zu wirken. Marai berichtet meist sachlich und versucht, objektiv zu sein, nicht zu verurteilen, was ihm des öfteren misslingt. Es wird druchaus klar, dass hier ein Vertriebener über seine Vertreiber schreibt.
Auch macht der Autor das "Identitätsproblem" der Ungarn deutlich, er macht klar, was es heisst, Ungar zu sein, mit all dem was dazugehört-eine einsame Sprache, die Lage in Osteuropa- schlicht und einfach Einsamkeit auf dem europäischen Kontinent und auch sonst auf der Welt. Über seine Gefühle als Schriftsteller erfährt man ausserdem sehr viel, er berichtet über sein Schaffen, seine Einflüsse, seine Krisen.
Insgesamt ist "Land, Land" ein sehr persönliches Buch, das zumindest anfangs versucht, poitisch objektiv zu bleiben und auf jeden fall, auch mit einem historischen Aspekt, äusserst lesenswert ist.