Jack Starr's Burning Starr - Album: Land of the Dead - Review, deutsche und englische Version (German and English)
Selten habe ich ein so energievolles, abwechslungsreiches und ergreifendes Musikwerk erlebt wie das Album "Land of the Dead" der amerikanischen Edel-Metal - Musketiere von Jack Starr's Burning Starr, das am 11.11.11 unter Limb Music das Licht das Welt erblickte.
Die zwei felsenfest emporragenden Säulen des anspruchsvollen Melodic Metal, die die Stärken dieser talentierten Musiker ausmachen, liegen zweifelsfrei in dem ausgiebigen, ideenreichen und leidenschaftlichen Gitarrenspiel des Songwriters Jack Starr und dem adäquat ausdrucksstarken, kräftigen Gesang des Meisters aller Tonlagen namens Todd Hall.
Durchaus komplexe, detailverliebte und dennoch eingängige Melodien bieten die elf Songs dieses mittlerweile siebten Albums unter dem Namen "Burning Starr", die sich als virtuose Delikatesse mit harmonisch eingebrachten Tempowechseln, effektvollen Akzenten und interessanten Kontrasten in einer Mischung aus Power und Atmosphäre von vielen anderen "Fast Food"-Anbieten im Musikbereich abheben.
Temperamentvolle, befreiende und epische Passagen einerseits als auch mystisch-bedrohliche Segmente andererseits sind in dem mannigfaltigen Repertoire dieses durchaus tiefsinnig und intelligent konzipierten Machwerks zu finden und werden bei vielen Songs in einem Spiel mit den Gegensätzen direkt gegen übergestellt.
Dieser effektvolle Zauber um die Thematik der Dualität kommt akustisch besonders in dem balladesken Instrumentalstück "Twilight of the Gods" zur Geltung.
Jenes Zwielicht strahlt in seiner majestätisch-bombastischen Gewalt beinahe einen Nimbus feierlicher Heiligkeit aus und lässt den Hörer im nächsten Moment akustisch den kriechenden Hauch des Todes mit Gänsehautgarantie erfahren.
Die eindringliche, schaurig-schöne Stimmung rief bei mir Assoziationen zu Szenen aus Filmklassikern wie "Spiel mir das Lied vom Tod" und "König der Könige" hervor und dem Duell zwischen Gut und Böse auf der Suche nach Erfüllung.
Das temperamentvolle Power Metal Stück "Stranger in Paradise" enthält manche themenübergreifende Gedankenansätze dazu, die ich gerne detaillierter in einem Interview erläutert bekommen würde, und lädt, wie viele andere Songs dieser CD, durch einen hymnenartigen Chorus zum solidarischen Mitsingen ein.
Nach ersten spannungsträchtigen und leicht warnenden Klängen überrascht das lyrisch gehaltvolle Midtempo-Werk "Sands of Time" erst mit einem gleichmäßigen Galopp-Takt des Wilden Westens.
Dann geht der Refrain schließlich in ein unbeschreiblich gefühlsmächtiges Gitarrensolo über, mit einer fließenden Melodie von überwältigender Sehnsucht, Hingabe und Traurigkeit, die wieder einmal beweist, dass Jack Starr es vermag, einer Gitarre eine Seele zu geben.
Bei dem einfallsreich ausgearbeiteten Schluss-Stück "Until the End" herrscht teilweise eine melancholisch getragene Stimmung vor, die dann aber durch animierende Gesangsparolen in True Metal Manier abgegrenzt wird. Auch hier ist ein Wandlungsprozess zu erkennen, wobei sich die Geschwindigkeit und Dramatik über den Songverlauf beachtlich steigert.
Der Song fordert zum Durchhalten auf auch wenn es nicht immer einfach ist, und das Beste aus seiner Situation zu machen.
Es lohnt sich, sich mit den Aussagen in einigen Musiktexten von Jack Starr zu beschäftigen.
Als eine Art Appell an das Bewusstsein sehe ich zum Beispiel den Titeltrack "Land of the Dead", der als mitreißender "Ear-Catcher" unter dem Deckmantel des Horror-Genre dazu zu motivieren scheint, Menschen aus ihrer Ignoranz und Untätigkeit zurück auf die Füße zu ziehen.
Der Song sollte als therapeutische Heilungsmethode von den Krankenkassen anerkannt werden, denn er entfesselt eine ermutigende, aufrüttelnde und bahnbrechende Energie, die mit Sieges-Screams und druckvollem Sound selbst die spirituell Toten unter uns unweigerlich zurück ins Leben zu kicken wird.
Das kämpferische, dynamische Cover Artwork von Ken Kelly spiegelt, dazu passend, nicht nur die Power der Musik wider, sondern scheint bildlich exakt die eben beschriebene Rettung zu zeigen, davor, selber einer der (innerlich) Toten zu werden oder zu bleiben. Die leicht comic" artige Darstellung unterstreicht dabei den Bezug zu einer "Welt der Helden", von denen es leider immer noch zu wenig gibt in der Realität.
Des Weiteren wird andererseits die typische Schicksalsergebenheit, wie die Bibel sie in manchen Zeilen predigt, in dem Song "Never again" kritisiert. Es ist ein grooviger True Metal Song mit schleppendem Takt, orientalischen Melodien und beachtlicher Gesangsstärke. Zusätzlich bringt hier David Shankle als Gastmusiker ein wenig gitarristisches Chaos ein.
Das schwungvolle Warrior Metal-Exemplar "Warning Fire" dürfte vor allem Hammerfall-Fans gefallen.
Besonders spannend und dramatisch finde ich den Auftakt zum Solopart, bei dem Ross the Boss an der Gitarre den Support gibt. Es wirkt fast wie ein Gitarren-Rollenspiel, in dem Jack Starr letztendlich wieder die Regie übernimmt und mit erlösend befreienden Saitenklängen dem dunklen Einfluss ein Ende setzt. Die daraufhin folgende - schlichtweg bezaubernde - Melodie erinnert in ihrer bewegenden Art an die beflügelnden Soundtracks aufwendiger Monumental- und Abenteuerfilme und trägt sogar dezent symphonische Züge.
Mehrstimmige Gitarrenläufe sind übrigens ebenfalls hin und wieder bei einigen Werken zu finden, so zum Beispiel in dem Battle Metal Uptempo-Track "When Blood and Steel Collide".
Zum Tanzen und als Radio-Song eignet sich der eingängige Mainstream True Metal Song "Here we are" mit einer Bestlänge von
4 Minuten 36 Sekunden geradezu hervorragend. Vor diesem Hit sollte sollte aus Gründen möglicher Suchtgefahr gewarnt werden.
Die Erwähnung der spirituell angehauchten "Flame" fiel mir sowohl bei "Warning Fire" als auch bei "Here we are" auf. Vielleicht schimmern hin und wieder immer noch beständig die Wurzeln alter Zeiten durch, möglicherweise zum einen zu Jack Starr' s ehemaliger Band "Guardians of the Flame", zum anderen zu dem gleichnamigen Song, der 1983 in seiner Wirkungszeit mit seiner Gründungsband "Virgin Steele" erschien.
Es ist schön zu sehen, dass einige Musiker, die es mit Herz und Seele schaffen, die "Flamme" in ihren Hörern zu zünden, sich offensichtlich selber treu bleiben und nicht die Leidenschaft zur Musik verlieren.
Wie sehr würde ich die sinnlich berührenden Klänge wie die der einnehmenden Fantasy-Halbballade "Daughter of Darkness" vermissen, bei der nach zunehmendem Spannungsaufbau Meister Starr im Finale des Songs rasant die Finger über die Saiten flitzen lässt.
Temporeich ist auch das rockende Dessert "On the Wings of the Night", das, wie Daughter of Darkness", eine anregend düstere Romantik in das "Land of the Dead" schwingen lässt.
Fans von variantenreichem und ausdrucksstarkem Metal-Rock, True und Power Metal sollten sich diesen Silberling von Jack Starr's Burning Starr auf keinen Fall entgehen lassen.
Lineup:
Jack Starr - Guitars
Ned Meloni - Bass
Todd Michael Hall - Vocals
Kenny `Rhino' Earl - Drums
Track Listing:
01. Land Of The Dead
02. Sands Of Time
03. Twilight Of The Gods
04. Stranger In Paradise
05. Here We Are
06. Warning Fire (feat. Ross The Boss)
07. Daughter Of Darkness
08. When Blood And Steel Collide
09. On The Wings Of The Night
10. Never Again (feat. David Shankle)
11. Until The End
The English version of the review is a little bit different from the German version:
Jack Starr's Burning Starr - Album: Land of the Dead - Review
For a consumer - as discerning and fastidious as I am - it does not happen every day to get the chance to experience such powerful, diversified and awesome music goodies like those of the album "Land of the Dead" of the "Noble Metal" musketeers called Jack Starr's Burning Starr (release 11-11-11).
The two rock-solidly towering columns of demanding Melodic Metal, which constitute the special features of these talented musicians, can doubtlessly be found in the multi-faceted, imaginative and impassionate guitar playing of the song writer Jack Starr and also in the adequately expressing, strong voice of Todd Hall as the provider of the whole range of pitches.
Quite complex but catchy melodies, played with love of detail, are in the scope of the 11 songs of the meanwhile 7th CD under the name "Burning Starr", which stands out from many other "fast food" music competitors by providing harmoniously arranged changes of speed, effectively integrated accents and interesting contrasts merging power and atmosphere to a virtuosic delicacy.
Dynamic, liberating and epic passages as well as mystically threatening vibes are contained in the wide-ranging repertoire of this surely profound and elaborately conceived piece of art which succeeds in arousing contrary emotions in a race between opposites.
This intriguing magic of the theme about duality is acoustically brought in scene at best in the ballad-like instrumental "Twilight of the Gods".
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