McLeod beschreibt in dem Buch die Geschichte eines schottischen Clans, deren Ahn Ende des 18. Jahrhunderts mit 12 Kindern und einer Hündin an die Ostküste Kanadas, nach Cape Breton, auswandert. Der Clan ist auch weiterhin ziemlich fruchtbar, verzweigt sich, einige Familienangehörige ziehen weg, manche der Nachkommen treffen sich später wieder, mehr oder weniger zufällig. Wegen der starken Familienähnlichkeit scheint gegenseitiges Erkennen auch nach Generationen kein Problem zu sein. Ein zusätzliches Bindeglied ist die bis heute lebendige, gemeinsam benutzte gälische Sprache, die auch vom sonst üblichen Englisch bzw. Französisch abgrenzt.
Viele aus dem Clan haben ein schweres, entbehrungsreiches Leben. Tragische Unglücke geschehen, doch der Familienzusammenhalt macht den Zurückbleibenden das Weiterleben möglich. Im Klappentext steht der Ausdruck vom "gelungenen Leben", den ich im Zusammenhang mit den im Buch beschriebenen Personen, auch wenn sie nicht alt werden, sehr treffend finde.
Der Autor schildert das Verbundensein dieser Menschen untereinander und mit der Erde (der schottischen und der kanadischen), auf der sie leben. Der Schwerpunkt der Erzählung liegt auf den Erlebnissen von McLeods Generation selbst. Er ist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren und laut Information des Verlages selbst in einem großen Familienverband auf Cape Breton aufgewachsen. Vermutlich ist einiges von dem, was er schreibt, autobiographisch (?). Jedenfalls ist es ihm gelungen, ein ganz wunderbares Buch daraus zu machen. Ruhige, sehr genau beobachtende Schilderungen des Landes, des Wetters, des Arbeitsumfeldes (viele aus seiner Generation arbeiten unter Tage) setzen einen, wie ich finde, absolut angenehmen Kontrapunkt zum heutigen Durchschnittsleben eines Mitteleuropäers. Die Lebensbereiche Arbeit-Familie-Land-Familiengeschichte sind untrennbar miteinander verknüpft und in dem Buch wird klar, dass das über viele Generationen hinweg eine pure Notwendigkeit oder sogar quasi ein Naturgesetz war. Das alles beschreibt er meiner Meinung nach fast ohne Kitsch. An wenigen Stellen gegen Ende des Buches dachte ich "Oh, gerade fängt er an, ein bisschen dick aufzutragen". Das sei ihm aber zugestanden. Mein Fazit: Ich bin beeindruckt und war stellenweise sehr ergriffen von dem Buch. Ein Leseerlebnis, das Spuren hinterlassen hat.