Ich habe jetzt hier schon jede Menge Renzensionen gelesen - die einen sind unsagbar enttäuscht und sagen, alles sei so vorhersehbar, die anderen sind himmelhochjauchzend begeistert von dem Buch.
Ich muss sagen, ich denke ich gehöre zu letzterer Kategorie, auch wenn die Pessimisten unter den Lesern nicht ganz unrecht haben. Das Ende IST vorhersehbar - natürlich wie sollte es in einem Liebesroman auch anders sein.
ABER: ich glaube NICHT, dass auch nur einer von diesen Kritikern wirklich schon, wie sie so vehement behaupten, die ganze Sache durchschaut haben. Kaits Zwillingsschwester Lana ist auch keineswegs ausschliesslich die Böse als die sie hingestellt wird, denn ich denke sehr wohl, auch sie hat, obwohl ausgesprochen viele Fehler, doch auch ein gutes Herz irgendwo. Sie ist eben nur nicht wie der 0815 liebevolle Hausmütterchen - Typ, sondern schlichtweg eine (zugegeben egoistische) aber auch leidenschaftliche Frau, die ihren eigenen Weg gehen will und ihr Leben geniessen will - dazu ist sie auch sehr pfiffig und obwohl sie ihre Schwester zugegebenermassen sehr schlecht behandelt, so ist sie doch nicht so ganz verachtenswert wie viele es denken.
Soweit nun meine Meinung zu Lana, aber zurück zum Buch. Es ist spannend, es ist herrlich, es ist kitschig und es ist, obwohl das Ende durchaus vorhersehbar sein mag, doch so facettenreich in seinen Details und Einzelheiten, dass man es einfach nicht beiseite legen kann. So ging es mir und ich bin eigentlich eher der Kritiker als derjenige, der grosse Lobhymnen singt. Ich habe mit Kait mitgelitten, ich habe Lanas gutaussehenden Ehemann verabscheut, weil er zum Schluss dann schon wusste, dass er nicht seine Frau vor sich hat und sie doch so mies behandelte und ich habe vor, es garantiert noch einmal zu lesen.
Wer auf der Suche nach anspruchsvoller intellektueller Lektüre ist oder nach einem puren Schmachtschmöker, ist hier ganz gewiss falsch (und sollte dann auch vor böser Kritik absehen, was hat er immerhin dann auch hier zu suchen frage ich mich), doch finde ich, dass Lanas Schuld ein sehr fesselndes, mitreissendes, spannendes Buch für den einen oder anderen gemütlichen Abend im Lesesessel ist und sehr wohl zu begeistern vermag - auch ein zweites Mal.
Grundsätzlich denke ich auch, dass man ein Buch nie mit einem anderen vergleichen soll - kein Wunder dass X enttäuscht ist, wenn er nun total auf "Kates Schuld" oder ein anderes von Brenda Joyce`s Werken eingeschossen ist, wo bleibt denn dann Platz für eine neue, völlig andere Geschichte? Es will doch keiner immer das selbe Buch in immer neuen Ausführungen lesen, sondern was Neues, ebenso gut, aber anderes, oder nicht?