Sieht man den Trailer, sieht man, wie die Dessay gestikuliert, auch bei der Aufnahme, kann man dies mit "Lamenti" kaum assoziieren.
"... lamentieren ist nicht ganz falsch, weil Lamenti die Bezeichnung ist für eine Art der Vokalmusik, die sich mit Klagegesängen beschäftigt. Das heißt also, auf der CD sind Klagegesänge verschiedener Art aus dem 17. Jahrhundert versammelt. Dabei handelt es sich natürlich, wie so oft in der Musik, um Liebesklagen. Zum Beispiel beklagt eine Nymphe, die morgens aufwacht, dass ihr Liebster plötzlich unerwarteter Weise weg ist,. Es gibt aber auch andere Formen von Klagen. Hekuba und Kassandra, zum Beispiel, beschließen einen Todespakt, weil Troja gefallen ist; da gibt es also einen historischen Zusammenhang. Und es gibt auch ein Lamento von Stefano Landi, das im Angesicht der Ruinen im alten Rom gesungen wird. Und das ist ein Symbol für die menschliche Vergänglichkeit." Neben dem berühmten Lamento von Monteverdi sind solche versammelt von Cavalli, Strozzi, Landi, Carissimi,Cesti .
Emmanuelle Haim ist es gelungen, mit dem Engagement von Rolanda Villazon einen richtigen Coup zu landen. Nicht, dass er solche Musik nicht bereits gesungen hätte, aber dass er heute noch -und durchaus stilgerecht- diese Musik singt, ist schon etwas Besonderes.
Villazon wird durchaus von anderen Meistersängerinnen/sängern eingerahmt,ob es nun die Dessay ist oder der fabelhafte Jaroussky.
Immer wieder schafft es Emmanuelle Haim, das Repertoire mit besonderen Interpretationen zu bereichern.