Eine sehr introvertierte Stimmung beherrscht Giya Kanchelis, dem Andenken Luigi Nonos gewidmete Trauermusik 'Lament' für Violine, Sopran und Orchester, er-schienen im Frühjahr 2000.
Sie basiert auf einem Text des jüdisch-deutschen Dichters Hans Sahl.
'Lament' beginnt mit einsam gestrichenen Geigentönen von Gideon Kremer an der Grenze des Wahrnehmbaren.
Wege aus der Stille in die Stille, mit atmenden Pausen wie ein tiefes Innehalten. Die empfindsamen, abschnittsweise im liturgischen Tonfall komponierten Klänge kontras-tieren mit schrillen Orchesterpassagen, die förmlich zu zersprengen drohen.
Wie ein Schatten gleitet der schlicht-schöne Sopran Maacha Deubners mit klagen-den Vokalismen in den Orchesterklang hinein, bis im letzten Drittel der Komposition sich klar der Text 'Strophen' von Hans Sahl zu erkennen gibt: 'Ich gehe langsam aus der Welt heraus... als wäre ich nie gewesen oder kaum.'