OK OK, vielleicht solltet Ihr mir kein Wort glauben, Ihr lest hier die Rezension eines absoluten Fans. Und dennoch, meiner Meinung nach ist diese CD die vielleicht beste je erschienene, in voller Klarheit über die pure Subjektivität dieser Aussage. Denn darum geht es bei "lamb" : Emotionsstürme, die durch den Hörer hindurchwühlen, der Lust hat sich dieser Musik zu öffnen. Andy Barlow, der in seiner Jugend in Phoenix aufgewachsen, der Legende nach Beatz mit Leuten wie Cypress Hill schraubte, dann zu House überwechselte, aber erst zurück in England seine Erfüllung in möglichst vertrackten und dennoch fließenden Breakbeats fand, wurde duch Freunde auf die gut 15 Jahre ältere Folk-Sängerin Lou Rhodes (jetzt Robinson) aufmerksam. Ein erster Anruf mit der Frage, ob sie denn auch gut aussehe, hätte schnell das Ende für die junge Band bedeuten können. Doch sie rauften sich zusammen, und die Synthese eines Beat-Schraubers, der Gesang mehr für Beiwerk hält mit einer Folk-Sängerin, der Musik nur zum Transport ihres Gesanges dient, die nie also hätte funktionieren sollen, schuf Songs wie "God Bless", "Cottonwool", and most of all : "Gorecki". Inspiriert von Goreckis 3. Symphonie sollte Andy Lou einen Song schreiben, der eben das einfing was sie bei der Symphonie empfand. Das Resultat beschert mir seit '96 fast täglich eine Gänsehaut.
Bitte mit Zeit genießen...