LAMB war das erste Buch, das ich von Christopher Moore gelesen habe. Ich fand die Idee klasse und war gespannt, wie Moore die Bibel, historische Fakten, Erfindung und Humor zu einer Geschichte kombiniert. Zu bedenken gab mir eigentlich nur, dass Moore anscheinend in seinen anderen Büchern gerne über Vampire etc. schreibt. Würde LAMB vielleicht zu kreativ und lächerlich sein?
Nein, keinesfalls. LAMB ist ein Buch, wie man es nur selten findet. Es macht Spaß und ist auf seine Art sogar intelligent. Christopher Moore hat nicht nur die Bibel gelesen, sondern auch richtig recherchiert. Natürlich hat er nicht versucht, ein historisch korrektes Buch zu schreiben, aber er hat gut abgewogen, welche Bibelpassagen er in seinen Roman einfließen lassen und welche Freiheiten er sich nehmen würde (darüber schreibt er in dieser Ausgabe recht ausführlich in einem Nachwort).
Das Ergebnis ist fantastisch! Biff, Jesu Jugendfreund, erzählt auf seine eigene, sarkastische Art. Er hat so seine Lieblingssünden. Natürlich erscheint Jesus in diesem Buch in einem etwas anderen Licht. Wir lernen ihn als Kind kennen, das nicht weiß, wie er der Messias sein soll, was er tun muss. Das Angst davor hat. Es ist erstaunlich, wie plausibel die Geschichte trotz aller literarischen Freiheiten erscheint.
Ich kann verstehen, warum Christopher Moore immer wieder mit Douglas Adams verglichen wird. Er hat ein ähnliches Talent, mit der Sprache zu spielen, Sätzen unerwartete Windungen zu geben und gerne mal abzuschweifen. Es ist nicht nur die Geschichte, die mich fasziniert hat. Der Schreibstil ist genial. Und witzig. Dennoch gibt es natürlich große Unterschiede zu Adams. Bei Adams spürte man deutlich den Briten in jedem Satz. Moores Humor ist schon deutlich amerikanischer. Auch die Sprache an sich ist umgangssprachlicher, amerikanischer. Sarkastischer. Das meine ich keinesfalls negativ. Auf jeden fall lohnt es sich, die Originalfassung zu lesen. Gerade wegen des genialen Schreibstils kann das Buch nur verlieren bei der Übersetzung ins Deutsche.
Und keine Angst. LAMB will nicht die Bibel ersetzen. Es ist auch nicht gotteslästerlich. Es ist eine tolle Geschichte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.