Dieses Buch ist ein "Muss" für all jene, die sich für die Native Americans interessieren und nicht die Möglichkeit haben, sich vor Ort von dem Elend und den größtenteils unmenschlichen Zuständen auf den Reservationen zu überzeugen,wo die einst stolzen Indianervölker Nordamerikas entmündigt und seitens des Staates ruhiggestellt vor sich hin vegetieren.
Das Buch macht deutlich, dass die Lakota das Trauma des Völkermordes, den die Weißen einst an ihrem und vielen anderen Indianervölkern begingen, bis heute nicht überwunden haben. Dem interessierten Besucher einer Lakota Reservation drängt sich angesichts der Lebens-und Gesundheitsbedingen unwillkürlich der Gedanke auf, dass der Genozid bis heute weiter geht.
Ich habe es mit eigenen Augen gesehen und kann bestätigen, dass die Autorin die ungeschminkte Wahrheit über die erbärmlichen Zustände auf den Lakota Reservationen schreibt, dass sie nichts dramatisiert und nichts beschönigt. Mit viel Liebe zu den Lakota, dem nötigen Sachverstand und einem Schuss Humor, schreibt sie über den täglichen Überlebenskampf eines Indianervolkes, von dem wir Europäer noch sehr viel lernen könnten, denn noch immer gibt es junge wie alte Lakota, die das Vermächtnis ihrer großen Führer wie Sitting Bull und Crazy Horse im Herzen tragen und die wie diese "edlen Krieger" in ihrem Denken und Handeln der weißen Zivilisation samt ihrem verlogenen Christentum weit voraus sind.
Es ist nicht nur das oft unbeschreibliche Elend, das sich für immer in unser Gedächtnis brennt, es ist auch, wie die Autorin richtig schreibt, die atemberaubende Weite der Prärie, die unberechenbare Natur und die tiefe Spiritualität der Indianer, die unsere europäische Seele so tief berührt,dass viele nach einer Reise ins Indianerland nicht mehr die selben sind wie zuvor.
Plötzlich erscheint einem das Leben in der westlich weißen Welt wie ein selbstzerstörerischer Kampf, in dem die edlen Werte der Menschheit der Gier nach materiellem Besitz geopfert werden und jene Spiritualität, die mit tiefer Demut vor der Natur einhergeht,längst von unserem Streben nach maximalem Profit besiegt worden ist.
Was bleibt sind Menschen mit leeren Seelen, die wie verirrte Kinder nach dem Sinn des Lebens suchen und sich dabei nur all zu oft auf unheilvolle Wege begeben.
Angesichts unserer allgemeinen Suche nach verlorenen Werten und dem eigentlichen Sinn des Lebens, sollte man dieses Buch jedem, vorallem unseren Jugendlichen empfehlen.
Darüberhinaus empfehle ich allen Eltern, ihre Kinder an die Indianerbücher von Lieselotte Welskopf-Henrich heranzuführen, weil die Romane dieser großen Erzählerin, allen voran die Pentologie "Die Söhne der Großen Bärin" für Kinder und Jugendliche nicht nur spannende Unterhaltung bieten sondern auch eine positive Vorbildwirkung vermitteln.