Lajja" - Pflichtfilm für Frauen - und Männer!
Cast:
Manisha Koirala, Jackie Schroff, Madhuri Dixit, Rekha, Anil Kapoor, Ajay Devgan, Mahima Chaudhry
Um nicht länger von ihrem Ehemann (Jackie Schroff) gedemütigt zu werden, flieht Vaidehi (Manisha Koirala) aus den USA nach Indien zu ihrer Familie. Diese verstößt sie jedoch, und ihr Mann folgt ihr.
Durch einen Unfall ist er unfruchtbar geworden, aber Vaidehi wurde von ihm davor noch schwanger.
Raghu, ihr Mann, aber will das ungeborene Kind, das einzige das er je haben wird.
Vaidehi flieht vor ihm durch Indien, und erlebt das Schicksal von drei Frauen, die Gewalt und Unterdrückung seitens der Männer erleben müssen.
Maithili (Mahima Chaudhry), die Braut, die fürchten muss am Altar stehen gelassen zu werden, weil ihr Vater Schwierigkeiten hat die Mitgift zu bezahlen.
Janki (Madhuri Dixit), eine radikale Feministin, die einfach ihr Leben leben will und nicht eines, das von anderen bestimmt wird. Und die Heilerin (Rekha) eines kleinen Dorfes das von Frauenhassenden Brüdern terrorisiert wird.
Eigentlich klatsche ich nicht bei vielen Bollywoodfilmen, doch bei diesem Film - auch wenn ich so vieles zu bemängeln hatte - musste ich einfach klatschen.
Denn egal wie viele Action-Fehler (typische 08-15 Action, die ich schon immer gehasst habe), unnütze Rollen mit schlechten Dialogen (vor allem Johny Lever), und Blut dieser Film hat - und die somit ihn eigentlich stark in meiner Gunst runterziehen müssten - das passiert nicht.
Denn die Botschaft, die in Lajja" steckt war wirklich hart.
Und tatsächlich musste ich sogar am Ende ein paar Tränen vergießen, was bei mir inzwischen selbst bei Bollywood-Filmen sehr selten geworden ist.
Es ist fast eine Qual zu sehen, auf was der Film deutlich macht: Die Unterdrückung der Frauen in Indien.
Swades" hat darauf aufmerksam gemacht - aber es ist kein großer Ausdruck - man redet schön davon das die Töchter im Dorf am schlechtesten dran sind, weil sie später den Haushalt schön machen sollen, und natürlich heiraten und dann Kinder kriegen sollen. Swades spricht das Thema an - aber es zeigt nicht wie es wirklich um die Frauen steht.
Dazu aber später:
Denn erst mal möchte ich die Schauspieler loben.
Allen voran Manisha Koirala - in Dil Se" fand ich sie gut, seit Company" mag ich sie sehr - aber erst durch Lajja" liebe ich sie als Schauspielerin. Die Nepalesin zeigt eimal mehr das sie unter allen Bollywood-Schauspielerin mit Abstand die ist die, die mutigsten Rollen übernimmt - und auch von den Kritikern am meisten gelobt wird. Schließlich hat sie so oft bereits den Filmfare Critics Award gewonnen - den ich deutlich mehr als den Filmfare Best Actor/Actress Award schätze. Ihr Schauspiel ist toll, sie kommt exellent in den verschiedensten Situationen rüber.
Als nächstes kommt Jackie Schroff - ich liebe ihn in One 2 Ka 4" - dort war er liebender Vater und ein echt cooler Cop - jetzt zeigt er eine absolut fiese Leistung, doch am Ende kann er dann auch seine gute Seite zeigen.
Mahima Chaudhry ist toll als Braut, deren Vater von ihrem zukünftigen Schwiegervater gedemütigt wird, weil er die Mitgift nicht zahlen kann, am Ende ergreift sie das Wort hält eine Rede voller Elan gegen die Ungerechtigkeit. Doch als sie dann sagt das sie bereit ist sich zu prostituieren um die Mitgift zu bezahlen, da hab ich mich dann wirklich leer gefühlt, das Gefühl der Ungerechtigkeit war direkt vor Augen und die Worte haben sich bei mir fast eingebrannt. Ich hab in dieser Szene echt mit den Tränen gekämpft...
Dann komm ich mal zu Anil Kapoor als smarter Dieb, der Vaidehi auf ihrer Reise weiterhilft und schließlich sein ganzes ehrliches und gutes Potenzial auf der Hochzeit von Maithili (Mahima Chaudhry) zeigt. Aber er kann auch sein Comedy-Potenzial zum Ausdruck bringen - als Keksverkäufer (welche Wirkung die Kekse haben verrat ich mal nicht )
Madhuri Dixit als Feministin ist ebenfalls großartig, ihr Schicksal, weil sie unverheiratet schwanger ist, und ihr Freund das Kind abtreiben lassen will ist heftig. Auf der Bühne bei einem Theaterstück macht sie ihrer Wut Luft und bringt dadurch das konserative Publikum gegen sich auf. Als Resultat wird sie später als Hure beschimpft, gedemütigt und geschlagen, und verliert dadurch ihr ungeborenes Kind.
Madhuri spielt klasse - und gewann auch dafür den Preis für die beste weibliche Nebenrolle bei den Zee Cine Awards".
Bevor ich zu Rekha komme, ist erst mal noch Ajay Devgan dran - als untergetauchter Bandit, der gegen die Unterdrückung der Frau in seinem Dorf kämpft, ist er zweifellos gut - aber er muss die ganze Action machen - und das zieht den Film am Ende runter...
Alt-Co-Star Rekha macht sich großartig - sie ist von den Frauen zwar nicht die beste - aber sie zeigt eine ebenso großartige Leistung.
Also mich hat der Film nicht unbedingt vom Stuhl gerissen - er wird nicht über meine Beliebtheitswertung Average" herauskommen und zum Semi-Hit werden - hat Dil Se" auch nicht geschafft - und dennoch habe ich bei beiden Filmen geklatscht. Denn Lajja ist ein Film der von Kritikern gelobt werden muss. Denn hier wird mit allen Mitteln zum Ausdruck gebracht wie es vielen indischen Frauen ergeht. Ausgesetzt der Demütigung, Vergewaltigung, Misshandlung. Fire" hat zwar ähnliches schon gezeigt - aber Lajja gibt dem Thema mehr Inhalt, den es wird gezeigt wie die Frauen geschlagen, verletzt und vergewaltigt werden (natürlich sieht man beim letzten keine Details - das wäre im indischen Kino auch undenkbar (und in allen anderen Kinos der Welt auch!!!).
Synchronisation hat Laserparadise gut hingekriegt - auch das Bild ist voll zufrieden stellend.
Die Songs waren nicht so mein Ding - schön gesungen, aber keine Ohrwürmer.
Kleiner Hinweis für alle SRK-Fans: Shahrukh hat eine kleine Rolle in dem Film, obwohl er nicht mitspielt, den in einer Szene gucken sich Madhuri und Manisha den Film Josh" im Kino an, in dem sich Max (SRK) gerade mit ein paar Bichus prügelt.
Also ich gebe dem Film 7 von 10 Punkten - ich sage euch: Dieser Film ist eigentlich Pflicht für Bollywoodfans. Mit Sicherheit für die Frauen - und auch die Männer sollten sich solch einen Film mal reinziehen.