"Laienspiel" ist ein zweigeteiltes Buch. Zunächst soll dem Leser auf 250 Seiten, wie er später bemerkt, die heile Welt des Berufsalltags des Kommissars Kluftinger gezeigt werden, bevor dieser zu der Erkenntnis kommen muß, daß der internationale Terrorismus auch vor seinem Allgäu nicht halt macht.
Leider wird Kluftinger dazu immer wieder in Situationen gebracht, in denen er durch sich selbst, durch seine Lieben, Freunde und Bekannte oder auch simple Haushaltsgeräte zum Deppen gemacht wird. Zu Beginn noch witzig, wird es irgendwann zäh und auch grenzwertig: "Haben Sie was in der Hose oder freuen Sie sich so darüber, mit mir zu tanzen?"
Im weiteren Text sahen es die Autoren wohl aufgrund des Grundthemas Terrorismus auch für notwendig an, eventuelle Irritationen bei den Lesern zu vermeiden und zu betonen, daß "natürlich .. nicht jeder Muslim automatisch auch ein Gotteskrieger" ist. Dieser Satz ist zweifellos sehr richtig, aber dennoch muß ein seitenlanges ausführliches Gespräch dazu nicht unbedingt in einen Allgäu-Krimi.
Ab Seite 250 gewinnt dann die eigentliche Krimihandlung die Oberhand und das Buch ist für die verbleibenden 110 Seiten spannend und kurzweilig zu lesen. Auch wenn man sich nach dem furiosen Finale schon fragt, warum ein zu Allem entschlossener Terrorist sich überhaupt einen Ausweg offen lässt.
Fazit: ok für echte Kluftinger-Fans, alle anderen sollten vielleicht gleich auf Seite 250 einsteigen.