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Der Zufall ist ein kleines weißes Auto, das durch einen langen Tunnel braust. Der Zufall, das sind vierzehn Musiker, die sich das "Experimentelle Sofioter Brotbrett-Oktett" nennen, obwohl sie zwar Werkzeuge, Küchengeräte und Tonbandgeräte, aber keine Brotbretter verwenden -- und erst recht kein Oktett sind. Und der Zufall heißt Jean Pierre, lebt in Paris und will ein Konzert der Sofioter Brotbrettler in der heimischen Kunstszene veranstalten -- wenn er denn endlich einmal seinen bequemen Arsch hochbekäme.
Der Zufall hat viele Namen in Dan Rhodes Roman Lady Di oder Das kleine weiße Auto, und alle prallen sie in Personalunion auf Véronique. Weil sich die Vanessa-Paradis-Anhängerin nach einem Streit mit Jean Pierre über die Sofioter Chaoten weintrunken in ihren kleinen weißen Fiat Uno setzt. Weil sie im Jahre 1997 verärgert an eben jenem Tag durch eben jenen Tunnel rast, der Lady Di und Dodi zum Verhängnis wurde. Und weil sie einen Filmriss hat, als sie die Nachrichten vom Unfall im Fernsehen mitverfolgt -- einem Unfall, bei dem ein weißer Fiat Uno eine mörderische Rolle gespielt haben soll. "Oh Scheiße", sagt da Véronique, und ist überzeugt: "Ich hab die Prinzessin umgebracht."
In Lady Di oder Das kleine weiße Auto bringt die Tragik der großen Weltgeschichte auch das Leben der kleinen Véronique durcheinander. Und als sie Jean Pierre am Ende vorschlägt, die Erlöse seines Konzerts des "Experimentellen Sofioter Brotbrett-Oktetts", das wirklich zustande kommt, an eine Anti-Landminen-Organisation zu spenden, da ist die Tat -- was immer auch Véronique damit zu tun hat -- noch lange nicht gesühnt. Dazwischen liegen turbulente, komische, spannende, traurige und skurrile Seiten bester Erzählkunst, kongenial ins Deutsche übersetzt. Unbedingt lesen. -- Isa Gerck
Pressestimmen
"Es ist eine echte Herausforderung, gleichzeitig geschliffen, fantasiereich und überzeichnet wie in einem Comic zu erzählen, aber Rhodes gelingt dies ohne Schwierigkeiten." (Time Out)
"Charmant, originell, witzig, bissig und weise." (The Guardian)
"Dan Rhodes hat ein wunderbares Ohr für das Absurd-Komische." (Red Magazine)