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Lady Vengeance ist ein verwirrender Film, überfrachtet, brutal; gleichzeitig aber unvorhersehbar, mutig, mit dem schwärzestmöglichen Humor in den eigentlich unpassendsten Situationen. Bei nüchterner Betrachtung weniger vollkommen als die beiden vorherigen Teile und gewiss kein Film für Jedermann, aber auf jeden Fall ein machtvolles Erlebnis.?Der anvisierte Höhepunkt ist Lady Vengeance also nicht, doch Park untermauert durch seine Kompromisslosigkeit seinen Ruf als Aushängeschild des asiatischen Kinos.
Die DVD: Das weiße Amaraycase befindet sich in einem nett anzusehenden Pappschuber. Booklet oder Werbematerial liegen nicht bei. Nach dem Verleihvorspann und dem Copyrighthinweis gelangt man sogleich ins dezent animierte Hauptmenü.
Das Bild: Bei guter Kanten- und exzellenter Detailschärfe erfreut das Bild auch noch mit seinen kräftigen Farben und befriedigendem Kontrastumfang. Bildfehler sind in Form von Dropouts nur äußerst selten auszumachen, die Kompression ist durch die Bank als gelungen zu bezeichnen. Von der fünften Minute an bis zur Minute 06:37 treten als Stilmittel eingesetzte Dropouts und Bildverschmutzungen auf, um eine Rückblende auch optisch zu unterstreichen.
Der Ton: Die Lautstärke der Dialoge ist bei der Dolby-Digital-5.1-Tonspur etwas höher, ansonsten sind zwischen dieser und der zweiten deutschen Tonspur in DTS 5.1 keine merklichen Unterschiede festzustellen. Direktionale Effekte (z.B. Donner bei 12:40 min.) werden kaum zum Einsatz gebracht, dafür verteilt sich die großartige Filmmusik über alle Kanäle. Aussetzer oder sonstige Fehler waren keine auszumachen.
Die Extras: Auf der ersten Disc findet sich der deutsche Kinotrailer zum Film sowie einige Werbetrailer.
Die zweite DVD bietet hingegen weitaus mehr an interessantem Bonusmaterial.
- Making Of Lady Vengeance (10:47, OmU): Aufnahmen von den Dreharbeiten mixen sich mit Behind-the-Scenes Material und Setbildern. Eine Stimme aus dem Off erzählt ein wenig über die wichtigsten Darsteller, wobei sich einige Belanglosigkeiten und die übliche Lobhudelei daruntermischen. Interessant sind die Erläuterungen über die Veränderungen gegenüber dem zugrundeliegenden Theaterstück. Als Stimmungsbericht funktioniert das Segment akzeptabel, für ein Making Of wäre jedoch ein höherer Informationsgehalt mit geringerem Floskelanteil wünschenswert gewesen.
- Characters of Lady Vengeance (26:16, OmU): Die Darsteller Lee Young-ae und Choi Min-sik erzählen in Interviews über ihre Filmfiguren sowie die Dreharbeiten. Daneben sind Ausschnitte aus dem fertigen Werk und Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen zu sehen. Auch über die Darsteller der acht Häftlinge und neun Eltern wird berichtet. Insbesondere Choi Min-sik zeigt sich erfreulich auskunftsfreudig und detailverliebt.
Empfehlenswert.
- Style of Lady Vengeance (37:03, OmU): In fünf Untersegmente (Visualisierung, Produktionsdesign, Kostüme & Make Up, Spezial-Effekte, Computer-Effekte) aufgeteiltes Segment, das die technische Umsetzung in all ihren Facetten sehr schön dokumentiert. Auch hier setzt man wieder auf eine Mischung aus Interviews und Aufnahmen von den Vorbereitungen bzw. vom Set.
- Lady Vengeance in Venedig (08:25 min., OmU): Regisseur und Darsteller auf dem roten Teppich der Filmfestspiele von Venedig. Auch Auszüge aus der Pressekonferenz, Journalistenmeinungen und Publikumsreaktionen werden gezeigt. Nett, aber entbehrlich.
Darüber hinaus werden noch sieben Alternative Szenen mit einem Audiokommentar des Regisseurs und seiner Hauptdarstellerin, der Originaltrailer, der Teasertrailer sowie drei koreanische TV-Spots angeboten. Den Extra-Reigen beschließen eine Bildergalerie sowie die Bio- und Filmographien von Lee Young-ae, Choi Min-sik und Park Chan-wook.
Fazit: Das bestechend inszenierte Rachedrama wurde von e-m-s mit einer runden DVD-Veröffentlichung bedacht. Echte Fans sollten sich die Limited Deluxe Edition gönnen, die eine zusätzliche "Directors Version" des Filmes beinhaltet. Einziger Wehrmutstropfen: Ein Audiokommentar von Park Chan-wook fehlt leider.
Michael Eminence Reisner (Inhalt von Sven-Ole Lorenzen)