Joan Foster war ein fettes Kind, das aus Protest gegen die Mutter fresssüchtig wurde. Zwar nimmt sie später durch eine strenge Diät ab, aber sie fühlt sich in ihrem ganzen Leben dick und hässlich, und niemand, nicht einmal ihr Mann, darf erfahren, wie sie als Kind aussah. Unter dem Titel "Lady Orakel" veröffentlicht sie ein Buch, nachdem sie zuvor vom Schreiben trivialer Liebesromane lebte, die unter einem Pseudonym herauskommen. Verheiratet mit Arthur hat sie gleichzeitig ein Verhältnis mit einem Aktionskünstler. Entnervt von den vielen Geheimnissen in ihrem Leben und bedroht von einem Erpresser, der diese kennt, inszeniert sie ihren eigenen Tod und flieht nach Italien.
Was Joan im Einzelnen bewerkstelligt, ob es die Gewichtsabnahme, das Trivialromanschreiben oder das außereheliche Verhältnis ist, ist niemals ausgefallen oder spektakulär; ungewöhnlich ist nur die absolute Grenzziehung zwischen den einzelnen Bereichen. Von allen Seiten von Geheimnissen umgeben, schützt Joan vor allem das dicke Kind, das sie einmal war, und verleugnet es gleichzeitig. Aber immer, wenn sie mit neuen Situationen konfrontiert wird, mit etwas, dem sie sich nicht gewachsen fühlt, ist es ihr, als stecke sie wieder in der Hülle der Dicken.
Es ist nicht so, dass Joan von Chaos zu Chaos stolpert; dadurch dass zwischen ihren verschiedenen Leben und Identitäten kein Durchlass ist, ergeben sich die Verstrickungen von selbst und bisweilen zwingend folgerichtig. Und manchmal gleichen sie verblüffend den Schicksalen ihrer trivialen Heldinnen, denen man passagenweise zwischen den Kapiteln folgen kann.
Leider nur kann der müde und banale Schluss meines Erachtens nicht mit der Spritzigkeit des Buches mithalten.