Im Vorfeld der Fußball-WM 2010 in Südafrika hat der Journalist und Fußball-Liebhaber Bartholomäus Grill fünfzehn Reportagen und Essays als Sammelband herausgegeben, die er seit 1993 als Afrika-Korrespondent der ZEIT mit Sitz in Johannesburg verfaßte.
Grill, als Verfasser des exzellenten Buches "Ach, Afrika" und als Egon-Erwin-Kisch-Preisträger 2006 längst als Afrika-Experte ausgewiesen und anerkannt, verknüpft mit seinem Buch ein besonderes Anliegen: "Es ist eine Hommage an den afrikanischen Fußball, an seine Versöhnungskraft, seine Verführbarkeit, seine unwiderstehliche Magie". Er weist auf die besondere Bedeutung der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft für die Afrikaner hin: "Die Außenwelt hat Afrika jahrhundertelang geplündert... Es wurde immer nur genommen, nie gegeben, und die Afrikaner waren die ewigen Verlierer. Deshalb empfinden sie den Zuschlag für die Fußball-WM auch als kompensatorische Geste - endlich begegnet man ihnen auf Augenhöhe, endlich werden sie als gleichwertige Mitglieder der internationalen Gemeinschaft anerkannt".
Für mich sind Höhepunkte des Buches: Das Fußballmärchen Togo (WM 2006 in Deutschland); eine Jungengruppe wählt den Autor zu ihrem Trainer; der Haudegen Burkhard Pape, der als Trainer quer durch den afrikanischen Kontinent zog, 1968 - 1973 die Nationalelf von Uganda (Idi Amin!) trainierte und der mit 77 in Bayern auf einen Anruf aus Afrika wartet; bitter: Fußball schützt nicht vor Mord und Totschlag (Ruanda 1994); aber auch: Der Jahrhundertspieler Didier Drogba (Elfenbeinküste) trägt im Herbst 2005 entscheidend dazu bei, daß der Bruderkrieg beendet wird.
Ein wichtiges Buch, das jeder lesen sollte, bevor er sich auf die Fußball-WM 2010 in Südafrika konzentriert.
Nachbemerkung: "Laduuuuuma!" heißt "Tooooor!"