Ich habe lange überlegt, ob ich mir das Buch kaufe, war ich von den letzten Büchern (Moppel-ich, Runzel-ich) genervt, weil sie den Eindruck erweckten, Frauen hätten keine anderen Probleme als abgebrochene Fingernägel, erste Falten und Problemzonen. Auch die vielen negativen Rezensionen hatten mich zögern lassen.
Da ich aber alle Andrea-Schnidt-Romane gelesen habe und sie erfrischend und authentisch fand, habe ich dem "Lackschaden" eine Chance gegeben.
Schließlich geht es wieder um Andrea Schnidt, die normale Reihenhaus-Frau mit Familie, die ihr Leben bisher auf etwas chaotische, aber doch witzige Art und Weise regelt. Ein Buch über alle großen und kleinen Alltagsprobleme und -vergnügungen die eine Familie so mit sich bringt.
Und nun ist Andrea in die Jahre gekommen. Die Wechseljahre kratzen an ihrer Reihenhaus-Tür, ihrer Kinder pubertieren, der Schwiegervater trauert um den Tod seiner Frau und die Ehe mit Christof hat Kratzer bekommen.
Frau Fröhlich schafft es wieder, Andrea mit all den Irrungen und Wirrungen, die das Leben nun für sie parat hält, ein wenig schusselig, etwas chaotisch aber dennoch authentisch und sympathisch agieren zu lassen. Natürlich dürfen auch ihre Lieblingsthemen Gewichtsprobleme, Selbstzweifel und die Lust am Essen nicht fehlen. Sie hat es aber geschafft, diesen Themen nicht so viel Raum zu geben, dass es nervt, sondern nebenbei einfließen zu lassen und das in einem Rahmen, der durchaus nachvollziehbar ist.
MEIN FAZIT: *Lackschaden* schließt nahezu nahtlos an die alten Andrea-Schnidt-Romane an. Witzig, chaotisch, machmal mit rollenden Augen, manchmal mit einem Schmunzeln nimmt man am Leben Andreas in der Mitte des Lebens teil. Wer die alten Romane mochte, wird auch dieses mögen.