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Das Album 2005
Unzweifelhaft eine Platte des Jahres. Weil wahrer und letzter Independent Rock. Weil unweigerliche Unkompromisslosigkeit. Weil schlicht ergreifend, einfach und feenhaft. Die Dänen aus Kopenhagen verblüffen mit einem gekonnten Mischmasch aus Rock, Piano, Melancholie, Emotion, Stärke, Ballade, Märchen, Realität und Flair. Sicher: Lobhudeleien, die platt klingen. Die oft gehört wurden. Aber: nur und allein bei Amstrong treffen sie alle zusammen und zu. Nur bei Amstrong scheinen diese Elemente ihre Verbindungen zu entfachen und los zu eisen vom Korsett der sonstigen Möchtegern- Alternativen. Seismographischer Mittelpunkt ist unbestritten Sängerin Marie-Louise Munck, in die man sich stimmlich zwischen Morissette und Rebekka Bakken sofort verguckt. Was die kann, ist schier unglaublich und man ist gar entrüstet über so viel Talent. Liebenswert.
Amstrong reissen uns also in einen Strudel, nie sind wir lieber schneller und ungebremster gefallen. Großartig. Bitte den Hut ziehen. Wir vor denen. Exzellent. Klarer Befehl: Sofort erwerben!
Stereoplay, September 2005
Musik-Tipp
Dream-Pop in feinem Zwei-Schichten-Sound Die audiophile CD des Monats: Amstrong mit dem Album "Lack Of You".
Wenn er so apart inszeniert wird wie hier, ist der Zwei-Schichten-Sound ein Teil des Geschehens steht weit vorn, der andere betont dahinter noch immer ein apartes tontechnisches Stilmittel. Ganz dicht am Ohr des Hörers platzierte Produzent Malcolm Burn (Bob Dylan, Patti Smith, Iggy Pop) die raffiniert frostig-zart klingende Stimme von Amstrong-Frontfrau Marie-Louise Munck. Im Background kräuseln sich dazu live eingespielt Gitarren, Keyboards, Harmonika und Streicher zu einem Neo-Folk-Dream-Pop, der klingt wie eine Summe aus Portishead und den Cowboy Junkies: dunkel-lockend, doppelbödig, geheimnisvoll. Wer etwa die Aura grobkörniger Schwarzweiß-Fotos mag, liegt bei diesem Klangbild richtig und wird sich mit "Lack Of You" (erschienen bei Silversonic/H' Art Musik-Vertrieb) fühlen wie in einem David-Lynch-Film.
Audio, September 2005
Das Leben kann so einfach sein: Der Kopenhagen-Vierer hörte Emmylou Harris' "Red Dirt Girl", fand die Produktion von Malcolm Burns (Iggy Pop, Dylan, Patti Smith) toll, schickte Demos und gewann den Mann für "Lack Of You". In New York entstanden neun schillernde Songs, die mit Gitarren, Programming und Marie-Louise Muncks elegischer Stimme so klingen wie poppigere Cowboy Junkies, dunkel-trippig, spacy im Titelsong - 38 interessante Minuten.
Wildwechsel, August 2005
Kann ein Rock-Album uns so bewegen wie ein Bergman- oder ein Dogma-Film, ein Ibsen-Drama, ein Andersen-Märchen oder ein tiefes Gespräch auf einem Spaziergang entlang der Ostsee? Die Kopenhagener Alternative-Band Amstrong tritt den Beweis an. "Lack OF You" nimmt uns mit auf ein Abenteuer des Hörens, wie man es lange nicht mehr erlebt hat. Schon das Debut-Album "Sprinkler" erntete Kritikerlorbeeren selbst in den USA, Unterstützung aus den Staaten kam auch hier: Grammy-Gewinner Malcolm Burn produzierte das Werk mit der Band in New York, er bereicherte die ausgefeilte Musik um einen rauen Sound und viele kleine, aber wirkungsvolle Ideen. Mitreißendes Hörkino!
Kurzbeschreibung
Rechtzeitig zum 200. Geburtstagsjahr von Hans Christian Andersen legen Amstrong aus Kopenhagen jetzt ihr märchenhaftes drittes Album vor. Lack Of You, im Sommer letzten Jahres gemeinsam mit Grammy-Gewinner Malcolm Burn (Iggy Pop, Bob Dylan, Emmylou Harris u.a.) in dessen Le Maison Bleu in Kingston, New York, produziert und eingespielt, erzählt neun inspirierende und unerwartete Geschichten. Deutlich berührend und betörend, irgendwo zwischen Alternative Rock - wie die Band selbst ihre Musik nennt - oder - wie es die Rezensenten schon zum Debütalbum 1999 formulierten - Klang-Pop (Intro), Computer Blues (WOM Journal), der postmodernen Ausgabe der Cowboy Junkies (Audio) und dem post-apokalyptisch, mutierten Kind von Portishead (Leeds Guide). Im wahrsten Sinne eigenständig und einladend bilden Amstrong, also Tanja Jessen, Gitarre und Klavier, Jacob Leth, Bass, Jens Danielsen, Programming, Keyboards und Gitarre, und natürlich Marie-Louise Munck, Gesang, Piano und Fender Rhodes, mit ihren diversen Mitmusikern eine faszinierende und fesselnde Klangwelt. Die coole aber nie kühle Stimme von Marie-Louise Munck schwebt in hohen Melodiebögen über den brodelnden Sumpf verzerrter Gitarren und rauer Keyboards, shuffelnder Drums, treibender Perkussion und schwerer Bassakzente. Wenn man Lack Of You zum ersten Mal durchgehört hat, bleiben die Melodien, die Sounds und auch einige der Texte, sicherlich der Hook von Love Is The Winner oder das tiptoe dancing on a tasty wedding cake aus To Be Kind im Kopf. Und beschäftigen einen, weit über die klassische Albumlänge von 38 Minuten und 19 Sekunden hinweg.
Der Künstler über die CD
Kurz bevor wir unser Debütalbum veröffentlichten, bekamen wir den Anruf, dass ein dänischer Major kurz davor war eine dänisch-amerikanische R&B-Band namens Sprinkler zu veröffentlichen, erinnert sich Jacob Leth, Bassist von Amstrong. Also beschlossen wir, uns Amstrong zu nennen. Wie wir darauf kamen, weiß ich nicht mehr genau. Es hatte etwas mit Neil Armstrong und einem Missverständnis zwischen Houston und Mond zu tun. Natürlich gefiel uns auch die Assoziation zu I Am Strong. Aber letztendlich war es vor allem ein gut klingender Bandname.