Das erste Drittel des Buches besteht im wesentlichen aus einer übersetzten Einführung aus einem Farrelly-Workshop und übersetzten Praxis-Modulen von Farrelly.
Und wie man schon aus amerikanischen Filmen weiß, ist das mit den Übersetzungen aus dem amerikanischen ja immer so eine Sache: Wer das Original kennt und versteht, kann sich für die Synchron-Fassung nicht so richtig begeistern. So ähnlich mag es manchem Leser bei "Lachen lernen" ergehen. Schon der Verlust des Tonfalls und der Gesichtsausdrücke, die die herrlichen Inkongruenzen bei Frank so köstlich machen, ist für die Papierversion schade. Wenn aber dann noch eine Übersetzung dazu kommt, die nicht wirklich Spaß macht, nützt auch die Entschuldigung der Autoren nichts: "Wir haben bei der Übersetzung darauf geachtet, die gesprochenen Worte möglichst unverfälscht zu übernehmen. Dadurch mußten wir in Kauf nehmen, die Leser stellenweise mit schlechtem Deutsch zu provozieren." Im Anschluss an diesen Teil merkt man den Autoren an, welche Kompetenz in ihnen steckt. Die Gedanken von Carl Rogers, Luhmann und Humberto Maturana, von Kierkegaard, Trenkle und vielen weiteren sind auf eine Weise verarbeitet, die das KnowHow der Autoren durchscheinen lässt. Das Spektrum des systemischen KnowHows inklusve Autopoiesis und Kybernetik klingt an. Man merkt den Autoren an, mit wie wie viel Herz sie sich um den Leser bemühen, und mit wie viel Herzenswärme sie die Arbeit tun, von der sie schreiben. Und das versöhnt. Sehr sogar. Aber in meiner Wahrnehmung ist es etwas zu viel von vielem, um denjenigen, die noch nicht viel von dem wissen, wovon die Autoren schreiben, einen verständlichen Einblick zu geben. Und für diejenigen, die in der Materie selbst Profis sind, gibt es in diesem Teil von "Lachen lernen" zu wenig Neues. Eine Fülle von Fremdworten erschwert leider dem dazwischen liegenden Leser-Mittelfeld unnötig den Einstieg, was sehr schade ist. Denn die Idee der Autoren, die bunte Welt des köstlichen Humors a la Farrelly einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ist vorzüglich. Gleichzeitig ist diese Aufgabe eine besondere Herausforderung. Und gemessen an der Größe der Aufgabe, die sich Wippich und Derra-Wippich gestellt haben, lege ich das Buch jetzt respektvoll zur Seite.