Dürrenmatt hat Autobiographien immer abgelehnt. Nun aber erscheint doch ein Buch von ihm, das diesen Charakter trägt: die Geschichte seiner Stoffe. Hier beschreibt Dürrenmatt, wie er wann und wo welche Eindrücke und Ideen vermittelt bekam oder aufschnappte. So reihen sich, unsystematisch und zwanglos, zwischen die verschiedenen bearbeiteten und nicht bearbeiteten Stoffe auch autobiographische Passagen ein. Zwei große Themenkreise haben Dürrenmatt nie losgelassen: die (ihm vom Vater vermittelte) antike Mythologie, vor allem das Labyrinth (des Minotaurus) einerseits und andererseits die (ihm durch die Mutter nahegebrachte) christliche Mythologie, besonders der Turmbau zu Babel. Das Eine gab den Namen (und den inhaltlichen Zusammenhang) für diesen ersten Teil der Stoffe-Bände ab, das Andere für deren zweiten Teil.
So ungewöhnlich diese Vorgehensweise bei der Bilanzierung eines Künstlerlebens ist, so interessant, ja fesselnd ist sie. Hinzu kommt, dass die aufgenommenen Stoffe außergewöhnlich aufschlussreich im Vergleich mit anderen, auch späteren Werken sind; ein Vergleich ist bemerkenswert fruchtbar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)