Band 3 von Martin Cruz Smith Arkadi-Renko-Serie spielt im Jahr 1991. Renko hat seine Reise auf der Polarstar beendet und kann Dank der Perestroika aus Sibirien nach Moskau zurückkehren. Auch seinen alten Ermittlerposten bei der Moskauer Polizei erhält er zurück. Renko legt los, als gäbe es keine Vergangenheit. Mit Hilfe des Schiebers Rosen will er den Schwarzmarkt unterwandern. Drogen, Prostitution und Schmuggel haben die Stadt fest im Griff, leider auch bestechliche Polizisten. Aber Rosen wird getötet und Arkadis Kontakte brechen ab. Bei der Durchsuchung von Rosens Wohnung findet Renko ein Fax mit der Frage: Where ist the red square? Was liegt Renko da näher, als ein paar Unterweltgrößen genau danach zu befragen. Es kann sich nur um einen Code oder ein Rätsel handeln. Als dann noch Kontakte Rosens nach München bekannt werden, stochert Renko immer weiter im Wespennest der Verdächtigen. Aber Arkadi ist allein. Es gibt keinerlei Unterstüztung seiner Vorgesetzten. Dann entzieht der Staatsanwalt ihm den Fall und Renkos Mitarbeiter wird ermordet. Da nimmt Renko das Heft des Handelns selbst in die Hand. Er reist nach München und ermittelt auf eigene Faust. Dabei ist er nicht nur einem Staatsgeheimnis auf der Spur, sondern hofft auch, seine große Liebe Irina wieder zu treffen. Sie arbeitet bei einem freien Radiosender in der Stadt. Renkos Auftritt in München bringt ihn und Irina in Lebensgefahr.
Das Labyrinth fällt vom Niveau der Renko Romane nicht ab. In diesem Band erfährt man erstaunlicherweise sehr viel vom Privatleben Renkos, das ist in allen anderen Bänden die Ausnahme. Wie Renko ermittelt, mit welcher Sturheit, Härtnäckigkeit und fast schon stoischer Geradlinigkeit er seine Spuren verfolgt, das ist wie immer einzigartig. Hervorragend geschrieben ist Das Labyrinth dabei mehr als nur ein Krimi. Vielmehr schafft es Cruz Smith, ganz nebenbei, auch in diesem Band eine Menge über Russland, seine Menschen, und die Zeit der Perestroika an den Mann zu bringen. Das ist ebenso interessant wie spannend.