Vorweg: Wer Luis Royo als Künstler schätzt und Wert auf seine Motive legt, der sollte lieber die (gebundene) Buchausgabe wählen und nicht das Kartenset.
DENN: Der Druck ist billig und zerstört den Reiz und die Vielfalt der Bilder. Ausgehend von der Kartengröße als "Druckfläche" wird viel zu viel für den Rand verschenkt. Noch dazu diese billige kupferfarbene Farbe, die "technisch" bedingt wie bei einem alten Bretterzaun abplatzen kann. (JA, es hat auch seinen Reiz, da sehen die Karten so "schön" alt aus.) Aber etwas mehr Druckqualität würde besser zu Tarotkarten im allgemeinen und zu Luis Royo speziell passen. Schade. Ich finde, der Druck vermanscht "Das Besondere" von den Motiven total.
Als TarotDeck ist die Sache dann schon echt interessant. Die Motive halten sich an die traditionelle Darstellung. So weit wie jedes andere Deck auch.
ABER dann wird es zum "Denk"-Labyrinth:
Es gibt keine Karte mit der Ziffer "XXI". (Deckfolge ist XX,XXII).
Der Narr hat keine Ziffer. Es gibt die Null (0) nicht. Dafür hat er aber den hebräischen Buchstaben SHIN, was gerade der 21. Buchstabe ist. (Aleph = 1 = der Magier)
Die Karte XIII "der Tod" ist nicht beschriftet. Also NICHT beim Namen genannt.
Noch "verirrter" wird es bei Farben und Motiven. Die Kelche, z.B. sind rötlich, als Feuerschalen dargestellt. Aber das Element der Kelche ist NICHT "Feuer". Grüne Farben gehören eigentlich der Erde. Royo nimmt sie für die Stäbe.
Und einige Karten sehen auf den Kopf gestellt so aus, als seien sie der exakte Spiegel von anderen Karten. (und damit ist nicht die Karte "Der Gehängte" gemeint.)
GENAU DAS ist es, was dieses Deck so interessant macht.