Wenngleich "Das Labyrinth des Schreckens" kein Meisterwerk ist, so ist der Film doch stellvertretend für die Gattung Giallo. Angefangen bei der wunderbaren Musik von Bruno Nicolai, der so vielen italienischen Thrillern seinen ganz eigenen Touch verliehen hat. Was die Schauspielerleistungen betrifft, so kann man sich nicht beklagen, obwohl hier keine Edwige Fenech oder Barbara Bouchet zu bewundern ist. Aber Martine Brochard ist auch sehr hübsch anzusehen. Was diesem Film allerdings fehlt, ist der richtige Spannungsbogen. Dies ist umso überraschender, da Umberto Lenzi bereits einen exzellenten Giallo mit "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" gedreht hatte. Trozt allem beinhaltet die Geschichte des geheimnisvollen Killers genügend Schockelemente, u.a. der zweite Mord in einer Geisterbahn. Originel ist auch das Outfit des Killers, nämlich eine rote Regenpelerine und nicht etwa der üblich schwarze Mantel mit Hut. Hervorzuheben sei auch der Schluss, als der Mörder in einem alten Castello entlarvt wird. Vielleicht ein Augenzwinkern des Regisseurs an die vielen italienischen Horrorfilme der 60er Jahre, die sich so oft in einem alten Schloss abspielten. Der Film ist letztendlich stellvertretend für das Genre. Lenzi ist einer von vielen, der sich an den Giallo heranwagte, weil diese Art von Filmen in den 60er und 70er im Trend lag. Am Anfang stand natürlich Mario Bava, ihm folgte Argento und dann viele andere, wie zum Beispiel Sergio Martino, Aldo Lado oder auch Lucio Fulci. Ein letztes Wort zur Ton- und Bildqualität der DVD : sie ist zufriedenstellend. Nur bei den Schrifttafeln (Bonus) der Filmographien, muss der Zuschauer schon sehr scharfe Augen haben, will er sie entziffern. Für Liebhaber des Giallos wird sich der Kauf lohnen, zudem hat der Film seltenheitswert.