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Labyrinth der Masken
 
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Labyrinth der Masken [Gebundene Ausgabe]

Leonardo Padura , Hans-Joachim Hartstein
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 269 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 2 (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293003230
  • ISBN-13: 978-3293003231
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 401.088 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Leonardo Padura
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In der glühenden Augusthitze wird im Stadtwald von Havanna die Leiche eines jungen Transvestiten gefunden. Als sich herausstellt, dass es sich dabei um Alexis Arayán, den Sohn eines hochrangigen Diplomaten handelt, steckt die Polizeiführung in der Zwickmühle. Sie soll aufklären, was nicht sein dürfte (sexuelle „Perversitäten“ im sozialistischen Staat) und was nicht sein darf (Korruption der Führungskader).

So überträgt man den Fall dem eigentlich strafversetzten Teniente Mario Conde, dessen Existenz als Polizist fortan auf Gedeih und Verderb von der Aufklärung des mysteriösen Mordes abhängt. Conde ermittelt in dem exzentrischen Freundes- und Bekanntenkreis des Diplomatensohns, wobei er auf den legendären Schriftsteller und Theaterregisseur Marqués trifft. Von staatlicher Seite in Kuba als Homosexueller verfemt und geächtet lebt dieser seit Jahrzehnten in einem alten zerfallenen Haus. Marqués scheint mehr über den Mordfall zu wissen, als er zunächst preisgeben will. Dennoch führt er den Kommissar in der Hitze des Sommers nicht nur in die verborgene Welt der Homosexuellen und Transvestiten Havannas ein, sondern leitet ihn mit feiner Ironie durch das verwirrende Labyrinth von Sein und Schein der kubanischen Existenz.

Labyrinth der Masken strotzt nur so von Poesie und Sinnlichkeit, so dass wohl auch der Übersetzer (lobenswert: Hans-Joachim Hartstein) seinen wahren Spaß daran gehabt haben muss. Padura glänzt durch seine detailreiche Erzählung und subtiler Ironie. So schenkt er seinem Helden, dem sinnenfreudigen Macho Mario Conde, zwar eine neue, leidenschaftliche Liebschaft, doch gleichzeitig lässt er ihn ziemlich lange hilflos durch das Verwirrspiel der Leidenschaften irren. Nur langsam geht Conde auf, wie der alternde Schriftsteller Marqués ihm aus seinem inneren Exil heraus mit einer symbolischen Erzählung den Weg zur Lösung des Falls weist ...

Leonardo Padura lässt in Labyrinth der Masken, der großartigen Fortsetzung innerhalb seines Havanna-Quartetts, erneut erkennen, dass es sich dabei nicht allein um Kriminalromane handelt. Auch im dritten, mit „Sommer“ untertitelten Teil seines vierteiligen Epos dient ihm die Darstellung des Kriminellen und Andersartigen als ideales Mittel, um den Zerfall und die innere Zerrissenheit der kubanischen Gesellschaft darzustellen.

Padura beschreibt Menschen, die nicht sie selbst sein dürfen, die unter Castros Diktatur zwar nicht Hunger oder den Tod erleiden müssen, aber die letztendlich in eine fast tödliche Lähmung verfallen: Er zeichnet das feinsinnige Bild einer Gesellschaft in Agonie. --Christian Koch

Kurzbeschreibung

Im dichten Unterholz des Bosque de La Habana wird am sechsten August, am Tag, an dem die Kirche das Fest der Verklärung Jesu feiert, die Leiche eines Transvestiten gefunden, der den roten Seidenschal, mit dem er ermordet wurde, noch um den Hals trägt. Zur großen Bestürzung von Mario Conde stellt sich heraus, dass diese rot gekleidete "Frau" Alexis Arayan ist, der Sohn eines angesehenen kubanischen Diplomaten. Der exzentrische Marques, ein Mann aus der Welt der Literatur und des Theaters, lebt als Homosexueller geächtet in einem zerfallenden Haus und scheint eine Art Heiliger und zugleich Hexenmeister zu sein, kultiviert, intelligent, listig und mit feiner Ironie begabt. Nach und nach führt er Conde in eine düstere Welt ein, in der jedermann die ganze Wahrheit über Alexis Arayan zu kennen scheint.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Beck-Ewerhardy TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Dieser Roman ist der dritte Band von Paduras Havanna-Quartett. In diesem Band steht dabei der Sommer im Vordergrund. Wie in den beiden ersten Bänden steht auch hier der Tentiente Mario Conde im Mittelpunkt der Geschehnisse. Einige seiner Kollegen sind verschwunden und auch die Vorzimmerdame seines Chefs wurde ausgetauscht. Außerdem bietet ihm sein Chef zu seinem Leidwesen keinen guten Kaffee mehr an  dafür aber einen Fall, der ihn auf Grund des Personalmangels vom Schreibtisch zurück auf die Straße bringen soll.

Im Stadtpark wurde in Flussnähe die Leiche eines jungen Transvestiten gefunden und diese weist einige Sonderbarkeiten auf. So hat sie sich  obwohl sie mit einem Schal erwürgt wurde  offensichtlich nicht gegen den Täter gewehrt. Darüber hinaus scheint dieser Transvestit nur ausnahmsweise in Frauenkleidern unterwegs gewesen zu sein und dies ausgerechnet am 6. August - dem katholischen Feiertag der Verklärung Jesu. Und im seinem After finden sich zwei Peso-Stücke.

Wie die meisten Kubaner ein entschiedener Homophob muss sich De Conde nun mit einem Teil der kubanischen Welt auseinander setzen, der ihm fremd und bedrohlich erscheint und darum zunächst unheimlich Aggressionen in ihm hervorruft. Doch im Zuge seiner Ermittlungen beginnt er eine Menge über die homosexuelle Kultur und Transvestitentum zu lernen und ist gegen seinen Willen davon fasziniert. Dies führt aber nicht  wie man eventuell erwarten würde  zu einer Bekehrung a lá Cruising aber zu einer liebevollen Akzeptanz einer anderen Form der Lebensführung. Daneben gibt es durch den Mord auch Bezüge zur literarischen Szene Kubas und dabei speziell zu einem Autor, der in den 70er Jahren nicht als systemkonform genug gegolten hatte. In diesem Buch kommt El Conde wieder auf seine eigenen schriftstellerischen Ambitionen zurück und so kommen wir nebenbei noch in den Genuss einer ziemlich netten Kriminalkurzgeschichte.

Neben der sehr schönen und interessanten Geschichte, die auch atmosphärisch und philosophisch sehr dicht ist, liefert uns diese Ausgabe auch eine Kurzbiographie des Autors, eine Bibliographie und ein kurzes Essay in dem sich Thomas Wörtche mit dem Inhalt dieser Geschichte auseinander setzt. Das ist auch interessant, aber ich finde, die Geschichte ist angenehmer ohne das Nachwort.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Wie schon im 2. Band des Havanna-Quartetts (Handel der Gefühle. Das Havanna-Quartett: Frühling) tritt die Krimihandlung zurück und ist nur der Aufhänger für die Auseinandersetzung mit dem Gesellschaftssystem. Homosexuelle und Transvestiten sind bis heute Geächtete der kubanischen Gesellschaft, weil sie nicht dem Ideal des sozialistischen Menschen entsprechen, sondern die Repräsentation der bürgerlichen Dekadenz darstellen.
Padura ist durchaus mutig, sich dieses Themas anzunehmen und es so abzuhandeln. Teniente Mario Conde, der ja durchaus als Vertreter des Systems gelten kann und unzweifelthaft homophob ist, entwickelt sogar Sympathie für den schwulen Alberto Marqués, der indirekt eine Schlüsselrolle in dem Fall spielt.
Die Biografie des Marqués (Padura porträtiert hier den Dramatiker Virgilio Piñera und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu dessen Rehabilitierung auf Kuba selbst) ist eine Anklage an die Sowjetisierung der Künstlerszene in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Den freien Geistern und homosexuellen Künstlern warf man "mangelnde Begeisterung für den Aufbau des Sozialismus" und Individualismus vor, entfernte sie aus öffentlichen Positionen und führte sie der körperlichen Arbeit, der "Produktion", zu. Sie wurden zu Unpersonen, die nie erwähnt werden durften und die öffentlich nicht existierten. Exil oder Unsichtbarkeit waren ihre Alternativen.
In den Masken der Transvestiten spiegeln sich verzerrt die Masken der Revolution. Conde verliert im Lauf der Handlung die Sicherheit des Bezugsrahmens, in dem er sozialisiert wurde. Die Ideale der Revolution werden auf jeder Ebene verraten. Auch eines seiner Vorbilder im Polizeidienst, der Capitán Jesús Contreras, hat sich kaufen lassen. Was bleibt, sind Diebstähle und Überfälle, Morde und Vergewaltigungen.
Fazit: das sozialistische Ideal zerbröselt wie die Fassaden Havannas.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Krimihandlung: Aufklärung des Mordes an einem Transvestiten, dessen Leiche in einem Wald bei Havanna gefunden wird, ist eher nebensächlich. Im Vordergrund stehen Gemütsverfassung und gedankliche Abläufe des ermittelnden Teniente Mario Conde und der Personen, denen er begegnet. Großen Raum nimmt dabei die skurrile Gestalt des alternden homosexuellen Schriftstellers Marqués ein. Zwischen ihm und dem Ermittler entwickelt sich eine Beziehung gegenseitiger Faszination. Die Dialoge und Rückblenden bewegen sich zwischen philosophischen Überlegungen und kritischer Beschreibung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Kuba. Ein Krimi für Intellektuelle sozusagen - durchaus lesenswert.
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