An seinem neuen Album "L'Absente" (die Abwesende), so Yann Tiersen, habe er fast zwei Jahre lang gefeilt, wohingegen der Soundtrack zu "Amélie" in zwei Wochen entstanden sei. Der Erfolg stehe also in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Während der 31-jährige Bretone den Soundtrack komplett alleine eingespielt hat ("richtig" kann er zehn Instrumente spielen, bei den anderen sind es nur ein paar Töne, was aber oft schon genügt), lud er zu "L'Absente" Freunde und Kollegen ein, beispielsweise Neil Hannon von Divine Comedy oder die Schauspielerin Natacha Regnier. Auszeichnend sind auch die kuriosesten Instrumente, die er hierbei verwendet, um einen ganz bestimmten Klang zu erzielen: Glasorgeln, Plastikmelodia und Kinderklaviere.
Yann Tiersen bezeichnet sein neues Album als eine Art Tagebuch, da es sich um persönliche Aufnahmen handelt, die einen bestimmten Abschnitt seines Lebens beschreiben.
"L'Absente" lebt also von seinen sehr kontrastreichen Stücken; teilweise ruhig, melancholisch und doch sehr aufwühlend und dann wieder mit viel Lärm. Ein wunderschönes Album, meiner Meinung nach viel empfehlenswerter als der Soundtrack zu "Amélie". Schade nur, daß Englisch in den Liedtexten überwiegt, wo doch gerade Französisch hierfür viel ausdrucksstärker wäre.