Sicher ist das Design Geschmacksache. Das Ding kommt mit ca. 2,2 Kilo im Pappkarton ins Haus und ist in der Tat mit Blick auf das Gewicht und die Größe mehr Ziegelstein als Festplatte. Allerdings wollte ich genau das: Eine grundsolide, schwere Festplatte.
Das Gehäuse besteht größtenteils aus ca. 3mm dickem grauen Aluminium und fühlt sich hervorragend wertig an. Front und Rückseite scheinen jedoch nur billiges verchromtes Plastik zu sein. Das Gehäuse ist nicht hermetisch geschlossen - vielmehr kann man von vorne nach hinten durchschauen. Das ist vermutlich der Tribut an den fehlenden Lüfter und Fluch wie Segen zugleich: Auf der einen Seite surrt kein Lüfter - auf der anderen Seite hört man leider die Platte rauschen. Positiv hingegen ist, dass unten am Gehäuse zwei richtig dicke Gummi-Sockel angebracht sind. Die verhindern zuverlässig, dass sich Vibrationen auf die Tischplatte übertragen. Wunderbar. Die Platte wird im Dauerbetrieb etwa handwarm - ist also noch tolerabel.
Auf der Rückseite der Platte findet sich Schonkost: Anschluss für das Steckernetzteil (die Dinger sollten endlich verboten werden - blockieren nur die Steckdosen), USB-Anschluss und ein Ein-/Aus-Taster (kein Schalter). Es fehlt eine Möglichkeit zur Anbringung einer Diebstahlsicherung - schlecht!
Neben der interessant geformten Frontblende fällt vor allem die Status-Leuchte auf. Diese strahlt nach unten auf die Tischplatte und erzeugt ein Kreuz in oranger Farbe. Läuft die Platte, leuchtet die Lampe kontinuierlich. Wird gelesen oder geschrieben blinkt sie. Sieht originell aus - mir ist sie allerdings zu hell.
Die Softwareausstattung ist für mich eigentlich nicht so interessant. Ich formatiere Platten in der Regel am Mac und nutze sie dann. Theoretisch wäre das in diesem Fall anders gewesen - denn es gibt einen USB-Treiber. mit dem sich die Performance wohl verbessern lässt (zumindest habe ich das so verstanden). Allerdings ist der für Anwender moderner OS-X Versionen ziemlich nutzlos - verlangt er doch die Kompatibilitätssoftware "Rosetta" bei der Installation und ist so mutmaßlich ein Quell für allerlei Frust am Mac. Das ginge sicher auch besser.
Windows-benutzer können wohl außerdem noch eine Software installieren, mit der sich die versteckte Taste in der Frontblende nutzen und konfigurieren lässt. Ich brauch's nicht und nutze es nicht.
Mitgeliefert wird außerdem der WUALA-Client und ein Coupon. WUALA ist eine Online-Festplatte wie z.B. Dropbox oder Jungle-Disk. Nur dass man einen proprietären Client benötigt, um diese Platte zu nutzen. Der Coupon gibt einem 10 GByte für 1 Jahr. Darüber hinaus muss man dann wohl bezahlen oder auf seine Daten verzichten. Ich persönlich nutze für solche Zwecke lieber Amazon S3 - ist billig und mit Arq am Mac einfach und sicher nutzbar.
Zusammenfassung:
+ Sehr solides Gehäuse aus Alumnium
+ Keine Vibrationsübertragung auf Tisch
+ Vergleichsweise schnell am USB-Bus
+ Ausreichend lange Kabel dabei
+ Ein-/Aus Taster
+ Kompatibel mit Mac (TimeMachine)
- Steckernetzteil
- Plastik-Frontblende und Rückseite
- Deutlich hörbare Betriebsgeräusche von der Platte (Rauschen, Kopf-Bewegungen)
- Kein hermetisch geschlossenes Gehäuse
- Keine aktuelle Mac-Software (Rosetta erforderlich) - läuft aber auch ohne wunderbar
Abzüge gibt es für Plastik, Steckernetzteil, Plastik-Blenden und die deutlich hörbare Festplatte im Inneren. Unterm Strich bleibt jedoch eine gute externe USB-Platte mit satter Speicherkapazität. Wer immer jedoch die Platte zu Backup-Zwecken nutzen will, sei - wie bei jeder Einzelplatte jedes beliebigen Herstellers - gewarnt: Eine Festplatte kann immer, jederzeit und ohne Vorwarnung ausfallen. Wichtige Daten deshalb immer redundant (also auf mehreren Platte, auf DVD etc.) speichern - das erspart einem viel ärger, wenn doch mal was schief geht. Wer mehr Sicherheit will, sollte sich ein RAID-System ansehen - zum Beispiel die Produkte von QNAP (sind klasse).
Die Platte kann m.E. bedenkenlos gekauft werden. Preis-/Leistung scheinen hier zu stimmen.