Ich verwende eine ganze Reihe von LaCie-Laufwerken seit rund 5 Jahren und die Erfahrungen waren bislang eher durchwachsen - erstklassige Verarbeitung, gute Platten, aber leider offenbar Einsatz von Billigkomponenten bei der Elektronik, insbesondere die Netzteile erwiesen sich als Schwachpunkt. Ich hatte auch das Vorgängermodell 2big Network 1TB (2x 500GB RAID) im Einsatz und dieses gab kürzlich (nach etwa 3 Jahren Betriebszeit) abrupt beim Wiedereinschalten auf. Wie sich herausstellte, lag es auch hier mal wieder am Netzteil, aber auch das Chassis selbst funktionierte nicht mehr. Die Platten hingegen waren unversehrt.
Hier immerhin muss ich den Support loben, der mir mit dem Hinweis auf das Tool UFS Explorer den entscheidenden Hinweis zum direkten Auslesen der Festplatten gab. Das Aufsetzen eines Unix-Systems und das Mounten eines RAID-Volumes blieb mir hier erspart.
Nun zum Produkt selbst.
Ich habe mich trotz der Vorgeschichte wieder für ein LaCie-Produkt entschieden, weil es vergleichsweise günstig ist.
Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten (dazu weiter unten) ist mein Fazit rundum positiv.
Das Gerät ist leiser als früher und hat einen wesentlich besseren Datendurchsatz als zuvor. Ich habe es nicht genau gemessen, aber er entspricht in etwa dem Durchsatz eines 100MBit-LAN. Das ist für mich völlig OK.
Die Web-Oberfläche ist wesentlich aufgeräumter als früher und lässt sich gut konfigurieren. Für mich als Mac-User ist die Nutzungsmöglichkeit als TimeMachine-Laufwerk sehr wertvoll. Das Tüpfelchen auf dem "i" ist aber die Möglichkeit, über USB oder eSATA ein weiteres Laufwerk anzuhängen und den Inhalt des NAS (bzw. Teile davon) auf dieses regelmäßig zu sichern. Wichtig zu wissen an dieser Stelle: das externe Laufwerk muss mit EXT3 formatiert werden, um als Backup-Ziel erkannt zu werden.
Auch ein stromsparender Schlafmodus ("Deep Sleep"), der sich für jeden Wochentag einzeln einstellen lässt, funktioniert einwandfrei.
Die Anlaufschwierigkeiten:
Ein Firmware-Update wollte erst nicht durchlaufen, aber der Support gab auch hier eine ordentliche Anleitung für ein System-Reset, das erfreulicherweise ohne Datenverlust einherging. Danach klappt das Update (über die Web-Oberfläche, dort im Support-Bereich) einwandfrei.
Nach etwa zwei Tagen wurde eines der Laufwerke als fehlerhaft gemeldet und aus dem RAID-Verbund geworfen. Ich habe diese Gelegenheit genutzt, die Hot Swap-Fähigkeiten zu testen. Das betreffende Laufwerk kurz herausgezogen und wieder hinein geschoben - es wurde ordentlich erkannt und konnte wieder zum RAID-Verbund hinzugefügt werden (was etwa 9 Stunden in Anspruch nimmt). In dieser Zeit war das NAS aber problemlos weiter erreichbar. Nach kurzer Zeit trat das Problem wieder auf, ich vermutete eine Kontaktschwäche. Nach dem Tauschen der beiden Laufwerke (eines gegen das andere) und Wiederherstellen des RAID-Verbundes gab es keine Probleme mehr.
Fazit:
für das Geld ein rundum gelungenes Produkt für den privaten oder semi-professionellen Gebrauch. Die Laufwerkseinschübe sind erstklassig erreichbar.
Wären da nicht die vorherigen Erfahrungen und die sehr unterschiedliche Qualität des Supports, gäbe es die volle Punktzahl.
Hoffen wir, dass das Netzteil dieses Mal etwas länger durchhält ...