Elsa Morantes Roman "La Storia" läßt schon im Titel den starken Geschichtbezug erkennen, den dieses Werk aufweist. Ich las es zuerst im Rahmen einer Proseminararbeit und war begeistert. Es kommt nicht allzu oft vor, daß Studienlektüre auch als Privatlektüre dienen kann, also zugleich unterhaltsam und äußerst informativ ist. Der Roman wird aus der Sicht der Protagonistin Ida erzählt und schildert das Leben ihrer Familie vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg, der ihr eigenes Leben und das ihrer beiden Söhne stark beeinflußt. Morantes Stil bewegt sich immer auf dem schmalen Grat zwischen Nüchternheit und Sentimentalität und schafft es, nie davon abzukommen. Der Leser fühlt mit der Protagonistin Ida und zwar bisweilen so stark, daß man sich getrieben fühlt, weiterzulesen, bis diese sich beispielsweise nach einem Schicksalsschlag wiederaufgerichtet hat. Durchbrochen wird die Erzählung von geschichtlichen Daten zu jedem Jahr, die kurz und prägnant Hintergrundeissrn vermitteln. Ein sehr lesenswerter Roman, dessen fast 700 Seiten wie im Fluge gelesen sind. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)