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La La La [Taschenbuch]

Mian Mian
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: KiWi-Paperback; Auflage: 6 (30. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462029509
  • ISBN-13: 978-3462029505
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 373.269 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Making Whoopie in Schanghai

Die coole Mianmian übt sich brav im Schockieren

Zu sagen haben sie meist nicht viel, aber sie tun es wortreich, wobei «Ich» die meistgebrauchte Vokabel ist. In assoziativer Ausgiebigkeit kreisen sie um ihren eigenen Nabel, den sie für die Welt und also für wichtig halten. Sie haben Befindlichkeiten (Aufgedrehtheit oder Abgeschlafftheit, Allmachts- oder Ohnmachtsphantasien) und Gefühle (Geilheit, Weltschmerz, Leere), und das reicht ihnen als Sujet. Im deutschsprachigen Raum der ausgehenden Neunziger hiessen sie Benjamin Lebert («Crazy»), Benjamin von Stuckrad-Barre («Soloalbum») oder Alexa Hennig von Lange («Relax»; «Ich bin's»), sie sind Teenager (Lebert) oder auch späte Twens und haben sowohl Joseph Beuys' als auch Andy Warhols Maximen tief verinnerlicht: jeder ein Künstler, jeder ein Star von eigenen Gnaden. Selbststilisierung und Selbstinszenierung sind die Hauptbestandteile ihres Projekts der Herstellung szenemässiger Berühmtheit vom geistigen Nährwert einer Fünf-Minuten-Terrine.

Längst gibt es mit «Pop-» oder «Junk-Literatur» ein Etikett für ihre trashigen Erzeugnisse, die natürlich Vorläufer haben. In Japan beispielsweise verfasste Yasuo Tanaka (Jahrgang 1956) bereits vor zwanzig Jahren seinen aus kurzen Dialogen, Gedankenfetzen und Firmennamen komponierten Bestseller «Nantonaku, kurisutaru» (dt. «Kristall Kids», 1987) über das Lebensgefühl von Japans «Kristall-Generation», deren Wertekanon von teuren Designermarken und krudem Materialismus bestimmt wird. Auch die Volksrepublik China, nach Mao mittlerweile dem Konsum als neuer Religion in glitzernden Tempeln huldigend, hat in den achtziger Jahren ihre Spielart von Popautoren hervorgebracht, deren bekanntester, der Pekinger «Rüpel» (pizi) Wang Shuo, auch bis zu uns vorgedrungen ist («Herzklopfen heisst das Spiel», «Oberchaoten», dt. 1995 bzw. 1997).

Boomtown-Generation

Nun gewährt uns das deutschsprachige Début der Schanghaier Autorin Shen Wang, die sich aus nicht näher erläuterten Gründen Mianmian («Baumwolle») nennt und deren Alter mit «Ende zwanzig» angegeben wird, Einblick in das Lebensgefühl der Schanghaier Variante der Boomtown-Generation. Diese ist, falls überhaupt möglich, noch zynischer, noch hedonistischer, noch promiskuitiver, als es Tanakas oder Wangs Helden je waren, und sie wird – das ist etwas Neues, fügt es doch die Komponente der Larmoyanz hinzu – aus der Sicht einer Frau beschrieben. Den Titel des Bändchens «La la la» mit vier ihrer 1997 zum Teil bereits in Hongkong veröffentlichten Erzähltexte ziert eine halb angeschnittene Foto Shens in verruchter Pose: schulterfrei, mit halb geschlossenen Lidern unter Ponyfransen und vorgeschobenem Unterkiefer lässig an einer Zigarette saugend. Damit ist der Grundakkord angeschlagen, denn was die Autorin zu sagen hat, zitiert die Umschlagwerbung zutreffend aus einem Interview: «Mein Buch ist wie mein Leben: sex, drugs and rock'n'roll. Allerdings ist es in Wirklichkeit noch viel schlimmer als im Buch.» Oh la la, bitte anschnallen.

Mianmian schreibt in der Ich-Form, die Protagonisten ihrer autobiographischen Selbstvergewisserungsversuche heissen Mr. Chocolate, Apple oder Flag, Cat, Miracle Fruit, Faded Flower oder Running Water, auch San Mao oder Saining. Sie sind Tagediebe, Musiker, «Dichter», kurzum «selbst ernannte Künstler» mit Macho-Gehabe und allesamt eifrige Clubbesucher und Partygänger: «Schanghai ist schön. Wie eine Bühne, nur haben die Schauspieler keinen Text. Am Wochenende geht es zur Party, und man trifft an verschiedenen Orten oft immer die gleichen Leute, das ist das Ödeste daran und zugleich das Interessanteste.» Um zu zeigen, in welcher Tradition die Autorin sich sieht, ficht sie angelegentlich Zitate von Allen Ginsberg und Jim Morrison in ihr mäandernes, zuweilen delirierendes Geschwafel ein, lässt Namen einschlägiger Literatur- und Popgrössen wie Marcel Proust, Kurt Cobain, Red Hot Chili Peppers oder Cui Jian fallen und gebraucht auch schon mal sperrige Fremdwörter, um die Drogenexperimente ihrer Hauptfiguren zu beschreiben.

Die auch sexuell recht experimentierfreudige Ich-Erzählerin in der Titelerzählung kommt allerdings genau wie ihre weiblichen Pendants in den anderen Texten aus ihrer Weibchenrolle nie heraus: «Ich bin so schwach und liebesbedürftig, ich kenne meine bedauernswerten Seiten und kann meinen Narzissmus gut zur Schau stellen.» Wenn sie nicht gerade total cool «Liebe macht» oder einen Selbstmordversuch inszeniert, total uncool mit ihrem Lover um die Wette weint oder sich mit Alkohol und Heroin zudröhnt, stellt sie sich so weltbewegende Fragen wie «Was ist die Wahrheit des Orgasmus?» oder «Scheisse, haben wir um der Freiheit willen die Kontrolle verloren, oder ist die Freiheit selbst ein Kontrollverlust?». Für die KP Chinas ganz bestimmt!, möchte man ihr zurufen, aber da ist die inzwischen von der Drogensucht Geläuterte bereits auf und davon und schmiert uns ihr Credo aufs Brot: «Ich bin empfindsam, aber nicht weise. Ich bin rebellisch, aber nicht standhaft. Ich denke, das ist mein Problem.»

Narzisstisch und ziemlich humorlos

Was ist nun an der Literatur von Mianmian modern? Dass sie narzisstisch und ziemlich humorlos die Zurschaustellung individualistischer Lebenshaltungen zelebriert? Dass sie zugunsten der affektierten Selbstdarstellung einer wachsenden Anzahl von Yuppies, aufstiegsorientierter Neo-Bourgeois oder Drop-Outs die Übernahme intellektueller Verantwortung für die vielen Sprachlosen der neuen Zeit verweigert? «Was ich will, ist, meine Launen unter Kontrolle zu bringen und mein Leben in ein Kunstwerk zu verwandeln, auch wenn das Publikum für dieses Kunstwerk nur aus mir selbst besteht.» Der Fortschritt ist eine Schnecke, die Pirouetten dreht. Erbauen wir uns also an der Erkenntnis, dass auch im heutigen Schanghai wie schon in den dekadenten vorkommunistischen Zwanzigern und Dreissigern des vergangenen Jahrhunderts Drogen und Promiskuität an der Tagesordnung sind – zumindest in gewissen Kreisen: Willkommen im Klub.

Fragt man sich inzwischen ja bei vielen Büchern, warum sie wohl geschrieben wurden, so kommt im Fall der Texte von Mianmian noch die Frage hinzu, warum sie übersetzt wurden. Letzteres dürfte am einst von Wolf Biermann auf den Punkt gebrachten Pawlow-Reflex liegen, der im Hinblick auf die Gegenwartsliteratur aus China noch immer funktioniert: «. . . denn was verboten ist, / das macht uns grade scharf». Dass Zensureingriffe als Qualitätsnachweis taugen, ist zwar zu bezweifeln, als Argument für hiesige Verlage, sich überhaupt auf chinesische Literatur einzulassen, taugen sie leider allemal. Mianmian hatte jedenfalls Glück: Ihre Texte wurden in der Volksrepublik verboten und also hierzulande herausgebracht. Ihr «Kultbuch» bedient ausserdem ganz prima hiesige neoexotistische Klischees vom «neuen, wilden China» (Klappentext). Unsereins, ennuyiert von derlei literarischen Scherzen, ist wahrscheinlich einfach zu alt, um darin noch Satire, Ironie oder gar tiefere Bedeutung entdecken zu können.

Christiane Hammer -- Neue Zürcher Zeitung

Über den Autor

Mian Mian, geboren 1970, bürgerlich Sheng Wang, lebt und arbeitet in Shanghai. 1997 erschien ihr erstes Buch »La la la«, das ebenso wie ihr Roman »Candy« von den chinesischen Behörden zensiert wurde und in zahlreichen Raubkopien kursierte. Ihre Bücher wurden in sieben Sprachen übersetzt und international gefeiert. 2002 wurde die Zensur gegen Mian Mians Bücher aufgehoben. Nicht nur als Schriftstellerin, auch als DJ und bekannte Partyveranstalterin ist Mian Mian eine Schlüsselfigur der Nacht- und Clubszene Shanghais.Weitere Bücher bei Kiepenheuer & Witsch:»La la la«, KiWi 593, 2000; »Deine Nacht, mein Tag«, KiWi 838, 2004.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scherben bringen Glück?! 4. August 2002
Format:Taschenbuch
Auch wenn mich die ungewöhnliche Sprache mit den einfachen, oft unzusammenhängend scheinenden Sätzen und den merkwürdigen Metaphern anfänglich irritierte, hat mich MianMian's Geschichte über das Leben junger, eigensinniger Menschen, deren Wege sich im Neonlicht Chinas kreuzen und ihrer Suche nach menschlicher Nähe und ihrer persönlichen Vorstellung von Glück beschäftigt und berührt.
Vielleicht nichts für Liebhaber klassischer Literatur und glücklichen Liebesgeschichten, aber in jedem Fall ein interessantes Buch für diejenigen, die Lust auf Neues und ein wenig Abgedrehtes haben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Prinzip Hoffnung? 3. September 2001
Format:Taschenbuch
Mianmians Buch beschreibt eine Wirklichkeit, die den Machthabern in Beijing zweifellos widerstrebt. Es sind dies Zustände, die - zumindest teilweise - an Europa und Nordamerika der späten 70er und frühen 80er Jahre erinnern. Die Probleme Alkoholismus, Drogenkonsum stehen symptomatisch für die Realitätsüberdrüssigkeit einer Generation. Diese Themen werden in einfacher Sprache, wobei das Problem der Übersetzung zu beachten ist, aus der Sicht junger Frauen erzählt, die sich in einer Sackgasse befinden. Das Buch stimmt traurig, und wie der Klappentext die Autorin zitiert, ist die Realität mit Sicherheit schlimmer. Grade in einer Zeit, in der mit der Vergabe der olympischen Spiele 2008 nach Beijing das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf der VR liegen (sollte), kann ein solches Buch vielleicht Hoffnung wecken, sensibilisieren. Allerdings fehlt die sprachliche Eindringlichkeit, sowie eine formale Geschlossenheit: An vielen Stellen entsteht ein Gefühl des Bruchs. Trotzdem ein nur zu empfehlendes Buch.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Big Brother im Paperback 20. September 2001
Format:Taschenbuch
Ein Dramolettchen zwischen Heavy Metal und Alu-Löffel, Oswaldkolle und Pippilangstrumpf. Zersplittertes Gezeter im Dämmerlicht chinesischer Postmodernder. Es schmerzt, zu spüren, wie eine Jung(e)frau die sexuelle Revoltion nachzuspielen versucht. Trübe Stimmungen, manchmal, auch verschrobene Sprache, aber nicht genug für Engrammierung. Worum ging es noch? Ach ja, Tratsch und Klatsch - Big Brother im Paperback. ma ma hu hu - so lala eben! Lesen vielleicht, aber kaufen auf gar keinen Fall!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wie andere Rezensionen es auch schon wiedergeben, kommt einen oft das Buch unverständlich vor. Dies macht es einerseits schwer aber auch leicht.
Das eigentliche Herzstück des Buches ist die eigentliche wahre Geschichte im Buch. China, ein Land mit einer Kulturrevolution, in denen Wurzeln und Geschichten zerstört worden sind. In dieser Zeit hatte wir EU/USA Flower Power und eine sexuelle Revolution. Nun, viele Jahre später prallen beide Welten aufeinander, die Kinder und die Jugend muss diese interkulturellen Spannungen aufnehmen und damit leben.
Die Autorin beschreibt beseelt und bildlich das wirkliche Leben in den Metropolen. Wobei HongKong und Shanghai so unterschieldich sind wie Hamburg und Kapstadt. Da ich selbst viel Zeit in China verbracht ahbe kann ich ihr Geschichte nachvollziehen und auch verstehen, warum diese Buch in China nicht verkauft werden darf.
Ich halte dieses Buch für Lesenswert, für denjenigen, der schon einen kleinen kulturellen Hintergund Chinas aufweisen kann. Anderenfalls kann es als unverständlich gelten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine große Enttäuschung 18. Februar 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein Buch vom Leben im neuen China von einer jungen Autorin aus Shanghai. Das klingt durchaus vielversprechend und auch das hübsche Cover lädt zum spontanen Zugreifen ein. Was dann aber folgt, läßt schnell Langeweile aufkommen: zusammenhanglose Versatzstücke, immer dann, wenn ein Thema greifbar wird, ist es auch schon wieder fallengelassen. Belanglosigkeiten aus dem Großstadtleben, konfus und knapp geschildert und daher nur schwer vorstellbar. Die seichte Sprache zieht sich durch das ganze Buch und läßt anders als bei anderen fernöstlichen Gegenwartsautoren (allen voran der Japaner Haruki Murakami) nie Atmosphäre oder Spannung aufkommen. Mag sein, das sich die chinesische Zensur an der allzu häufigen Erwähnung von Sexszenen gestört hat. Ein Qualitätsprädikat für den europäischen Leser ist das Verbot des Buches in China aber leider nicht.
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Format:Taschenbuch
Allgemein: Das Buch beinhaltet vier Geschichten. "Ein abgedrehter Abend", "Salzsäuregeliebte", "La La La" und "Nine Objects of Desire".

"La La La" ist meine Bibel geworden. Diese Geschichte ist ein nichtendender Fluss, er stöhmt ohne Rücksicht um und mit dem Leser.

Ich habe mir dieses Buch mit 16 gekauft und bist dato nie wirklich aus der Hand gelegt. Es schmeichtelt, entsetzt ist zart und hart zugleich. Wie die Lebesbilder um die es in den Geschichten geht.

Daher möchte ich Allen raten dieses Buch nicht nach einigen Seiten einfach wegzulegen. Es will geradezu verschlungen und durchgearbeitet werden.

"La La La" ist ein Buch für Menschen, welche das Gefühl kennen nicht zu wissen wohin es morgen geht. Es erinnert an ein "inneres Roadmovie" mit seinen Höhen und Tiefen. Sex, Drogen und die Liebe in allen Fasetten.

Wie Mian Mian schreibt: "Es gibt viele Arten von Liebe, wenn du nur eine willst, hast du verlohren." Seite 87, 1. Auflage 2002
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