Auch in unseren mitunter tristen, unterkühlten Breiten sehnt man sich nach etwas sonniger, südländischer Lebenslust. Dieses Bedürfnis befriedigen schon seit einiger Zeit die Spanier Jarabe De Palo.
"La Flaca" ist das 1996'er-Album der Band um den Sänger Pau Donez und gibt sich etwas zurückhaltender als "Bonito" aus dem Jahre 2003. Während auf dem aktuellsten Album eine Fülle von Instrumenten zu hören ist, kommt "La Flaca" mit relativ bescheidenen Mitteln aus. Gitarre, Bass, Percussion und Schlagzeug...das war's schon. Umso beeindruckender ist angesichts dieses Minimalismus, was Pau Donez (voc, g), Alex Tenas (dr), Joan Gené (bass), Jordi Mena (g) und Daniel Forcada (per) für ein starkes Stück Musik geschaffen haben.
Von den 11 Songs, die zusammen leider nur knapp 40 Minuten dauern (der einzige Kritikpunkt), ist kein einziger ein Ausfall. Besonders stark ist neben dem Superhit "La Flaca" (auch in einer noch besseren Akustik-Version enthalten) der Song "Grita", der den typischen Jarabe-Stil besitzt und stark an die späteren Erfolge "Dipende" und "Bonito" erinnert.
"La Flaca" eignet sich sowohl zum intensiver als auch zum nebenbei hören. Egal, wie, man wird es wohl nicht vermeiden können, dass auch der wolkenverhangenste Himmel blau und sonnig wird und sich auf dem Gesicht ein Lächeln zeigt.
Musik soll ja Medizin für die Seele sein. Man weiß nicht, ob das stimmt, aber wenn man Jarabe De Palo ausgiebig angehört hat, wird man dieser These einiges abgewinnen können.