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Morgen vor dreissig Jahren starb Maria Callas. Sie ist vollkommen unvergessen. Kult bereits zu ihrer Zeit. Dank umfassender Vermarktung durch CDs, Bücher, Sendungen in Funk und Fernsehen, immer präsent gewesen.Kaum ein Künstler ist so umfassend in seinem Tun dokumentiert wie die Callas- sicher eine Folge geschickter Vermarktung seit den frühen fünfziger Jahren. La Divina wird diese CD schlicht genannt. Was macht den Reiz dieser Stimme aus, dass man von der Göttlichen sprechen kann oder ist es nur ein Vermarktungs-Gag ? Eines ist jenseits allen Geschmacks gewiss. Callas sang immer mit grösster Intensität. Von ihrer Bühnen-Präsenz wird berichtet, dass sie alle- alle- an die Wand spielte- eben durch ihre Gegenwart, ihre Ausstrahlung. Auf dieser CD versammeln sich Parade-Rollen und solche, die man nicht als solche bezeichnen könnte. Um mit den Paraderollen anzufangen: Sie war eine ideale Turandot.Herrschen war ihr Metier. Herrschen auf tragischen Hintergrund- das war Callas pur. Medea, die sie auch unter Pasolini geschauspielert hat, ist die pass-genaueste Figur( auf dieser CD nicht enthalten). Tosca, ein Frau voller Leiden und Leidenschaft wird durch die Callas ebenfalls ideal verkörpert. Ebenso "Casta Diva" aus "Norma".Zitat:"Er har das Schicksal der Druidenpriesterin Norma, die den römischen Besatzungsoffizier Pollione liebt und ihm heimlich zwei Kinder geboren hat, mit einer Musik bedacht, die seinem ästhetischen Credo voll entspricht: Oper müsse "durch ihren Gesang weinen, schaudern, sterben machen." Norma nimmt den Tod auf sich...." Die Stärke der Callas begrenzt zugleich die Pass-Genauigkeit des gesungenen Repertoires
Wenn man sie als Rosina im Barbiere hört, denkt man schon bei den ersten Passagen, viel zu wenig kokett. Natürlich beherrscht die Callas die technischen Anforderungen der Partie, aber es wird eben etwas fast Dramatisches daraus.Gar nichts Soubretten-Haftes.
Die Gilda aus "Rigoletto" ist zwar auch eine Leidende, aber die Arie " Caro nome" singt die Gilda, als sie im Zustand eines verliebten Backfischs ist. Man kann sich auch hier deutlich angemessenere Darstellerinnen dieser Rolle vorstellen.
Die Violetta aus der Traviata ist nun wirklich eine Leidende. Die Callas hat diese Rolle häufig gesungen. Mir sagt auch diese Darstellung weniger zu. Die Callas war im Leben-auch!- eine Tigerin. Das ist nicht Violetta. Sie leidet und stirbt an Schwäche. Das ist eine ganz andere Leidenschaft als diejenige einer Medea. Schon das Trinklied- hier in einer Aufnahme mit Alfredo Kraus hat bei ihr etwas Heroinenhaftes- alles, nur nicht Violetta.
Auch die "Mimi" wird von Sängerinnen besser realisiert, die nicht das tragisch "grosse Leiden" darstellen, sondern das schlichte Unglück einer armen Näherin.
Schliesslich die Carmen. Natürlich singt Callas, wie immer, mit hoher Intensivität. Aber Verschlagenheit war nicht ihr Metier.Die Verruchtheit der Carmen, wie sie von Leontyne Price so umwerfend gestaltet werden kann, kommt bei Callas nicht herüber.
Letztlich, trotz aller Eskapaden, war die Callas eine reine Empfindende-letztlich war ihr Leben eine Oper und Tod der eines gebrochenen Herzens. Um den Nachruhm dieser Sängerin muss man sich keine Sorgen machen. Er wird erhalten bleiben.Lesen Sie weiter... ›
Diese CD zeigt die Callas als das, was sie war: ein Mythos. Ihre Stimme ist unvergleichlich und ihr Repertoire erstaunlich. Kaum eine Sängerin hat so viele verschiedene Rollen verkörpern können wie sie. Mit ihrer atemberaubenden Technik und ihren klug eingesetzten Nuancen und Färbungen der Stimme hat sie viele in ihren Bann gezogen. Diese CD überzeugt durch die Vielseitigkeit der Arien und der Aufnahmetechnik. Jeder sollte etwas von Maria Callas in seiner Musik-Sammlung haben und "La Divina" bietet einen tollen Querschnitt durch eine einzigartige Karriere.