Französische Opern, die dem Genre "Opéra comique" angehören, werden Heute in der Regel belächelt und als gefällige Nettigkeiten abgetan. Dieses Schicksal teilt Boildieu mit Auber, Adam und Offenbach. Sicher können diese Werke nicht mit der Instrumentationskunst von Weber oder Beethoven aufwarten. Ihre Raffinesse liegt in der Rhytmik und den anspruchsvollen Gesangspartien.
Dies mag ein weiterer Grund sein, warum diese Werke Heute nur noch selten gespielt werden: es finden sich kaum noch Sänger, die ihnen gewachsen sind. In dieser Oper ist es vor allem die Tenor-Partie, die es "in sich" hat. Rockwell Blake singt leicht und mühelos, auch bei den schwierigsten Verzierungen.
Marc Minkowski leitet das Orchester und arbeitet die Feinheiten dieser Partitur sehr schön heraus. Auch die anderen Sänger und der Chor leisten ihren Beitrag zu einer rundum gelungenen Aufnahme, die vor allem eines hat: Esprit.