Ich habe mir die "Große Lumix Fotoschule" von Frank Späth vornehmlich aus dem Grunde geleistet, da es hier auf Amazon.de hieß, sie sei (speziell für Besitzer der FZ-18, wie mich) ein absolutes Muss. Das ist dieses Buch keineswegs.
Dafür, dass es meines Erachtens nicht unbedingt nötig ist, kostet das Buch mit knapp 30¤ recht viel. Dafür bekommt der Käufer allerdings auch Hochglanzseiten und ein optisch ansprechendes Büchlein.
Problematisch wird es hingegen beim Inhalt - und damit beim eigentlich Wichtigen: Zwar schreibt Späth schon im Vorwort, er wolle Redundanzen vermeiden und die Handbücher der Kameras voraussetzen. Dann aber verschwendet er die ersten 50 (!) Seiten damit, dem genervten Leser zum x-ten Mal zu zeigen, wo denn nun der On-/Off-Knopf bei der FZ-18, der FZ-50, der FZ-8 und der TZ-3 liegt.
Ist das einmal überstanden, folgt endlich der Praxis-Teil, an dem für mich vor allem die "Ausprobiert"-Kapitel interessant waren. Hier zeigt Späth anhand von Bildern, welche Effekte bestimmte Einstellungen auf das Bild haben: Fragen wie "Wie sieht JPEG Fine im Vergleich zu JPEG Standard aus?", "RAW vs. JPEG - Was ist vorteilhafter?", oder "Kamerainterne Rauschunterdrückung: Wieviel darf's sein?" haben durchaus Klärungsbedarf. Zu dumm nur, dass Späth
- entweder seitenlang Dinge vorstellt, die man auch in einem simplen Satz hätte unterbringen können ("JPEG Standard bringt kaum Qualitätseinbußen mit sich im Vergleich zu JPEG Fine, aber lassen Sie besser Fine eingestellt, wenn Platz ist.")
- oder schlichtweg falsche Beispiele bringt (man erzielt auch mit den Lumix-Kameras im RAW-Format die besseren Ergebnisse; Späth lässt es so scheinen, als sei JPEG in Kombination mit dem Bildprozessor sogar das günstigere Format)
- oder aber von "gewaltigen Unterschieden", wo auf seinen Beispielen schlichtweg keine zu sehen sind (siehe Rauschunterdrückung).
Die paar Stellen, an welchen ich wirklich noch etwas Neues zu lesen bekam (so etwa über den Bildprozessor Venus Engine III), waren rar gesät und ich wäre meist auch gut ohne sie ausgekommen.
Besonders ärgerlich: Späth wird nicht müde, sich seitenweise in Lobpreisungen darüber zu ergehen, wie gut die Lumix Superzoomer mit den verschiedensten fotografischen Aufnahmesituationen (Tier-, Makro-, Sport-, Porträt-, ...-Fotografie) zurechtkommen, und wie gut sie im Vergleich zu Profi-Kameras ausgestattet sind. Besonders über die Brennweite wird er nicht müde, in höchsten Tönen zu schwadronieren. Das nützt einem leider nichts, wenn man die Kamera schon besitzt; dann möchte man nämlich nicht wissen, wie gut sie ist (im Optimalfall weiß man das bereits zu schätzen), sondern, wie man sie effektiver einsetzt.
Mein Gesamturteil fällt alles in allem nicht allzu rosig aus: Das Buch enthält über weite Strecken Redundanzen und hat außerhalb derer nicht viel mehr mitzuteilen. Wer das Handbuch gelesen und verstanden und sich ein wenig in der Praxis mit seiner Lumix vertraut gemacht hat, kann sich dieses Buch gern schenken. Viel mehr als käufliche Panasonic-Werbung schafft man sich hier ohnehin nicht an.