So gut wie das Handy selbst ist, so schlecht ist leider der als Zubehör erhältliche Solarzellen-Akkufachdeckel. Das Handy besitze ich seit einigen Wochen und bin damit wirklich sehr zufrieden. Nun wollte ich "aufrüsten" und habe mir diesen Deckel gekauft - es war ein Fehlkauf und ich werde ihn zurückgeben. Grundsätzlich finde ich die Idee von LG, etwas derartiges anzubieten schon sehr lobenswert, aber die Umsetzung ist nicht ausgereift.
Zwar konnte man einige spärliche Informationen bereits über die Artikelbeschreibung bzw. bei einer Recherche im Internet in Erfahrung bringen, ich wollte es jedoch selbst ausprobieren.
Zunächst einmal: Bei diesem Solarzellen-Akkufachdeckel handelt es sich nicht um einen zusätzlichen Notakku, der geladen wird, sondern er ist so konzipiert, dass er den im Gerät bereits vorhandenen Akku in Notfällen aufladen soll. Als primäre Ladequelle muß man weiterhin das Netzteil verwenden, da ein volles Laden mittels Solarzellen viel zu lange dauern würde.
Das Handy kann nur bei sehr starker Sonneneinstrahlung aufladen. Da braucht es dann wie bekannt ca. 11 Minuten für 3 Minuten Gesprächszeit. Schon bei leichter Bewölkung versagt das Laden jedoch kläglich. Testweise habe ich das Handy auch mal unter eine sehr helle Niedervolt-Lampe in ca. 30cm Entfernung gelegt. Hier beginnt das Handy zwar gemäß Akkuanzeige auch zu laden, aber anscheinend so schwach, dass der Ladestrom nicht ausreicht. Mein Akku war bei diesem Test leer. Ich habe es für eine Stunde testweise unter diese helle Lampe gelegt und trotzdem reichte die Ladung dann nicht aus, um das Handy auch nur einschalten zu können. Da ich im Norden wohne und hier überwiegend "Schietwetter" vorherrscht, sind die Tage, an denen man den Solardeckel wirklich verwenden könnte sehr gering. Aufgrund der ohnehin sehr guten Akkulaufzeit des LG GD510-Mobiltelefons kann man also meiner Meinung nach getrost auf dieses Zubehör verzichten. Wenn man unterwegs ist, gestaltet sich das Laden per Solarpanel ohnehin recht umständlich, denn man müßte dazu das Handy mit der Rückseite nach oben vor sich hertragen, oder es irgendwo an einem sonnigen Platz ablegen - natürlich legt man das Handy dann auf das Display ab, was unter Umständen auch nicht gerade vorteilhaft sein dürfte.
In dem Moment, wo man den Deckel am Gerät anbringt, installiert sich ein zusätzliches Gadget auf dem Handy, das anzeigen soll, wieviel CO2-Emission durch das Verwenden der Solarzellen bereits eingespart wurde. Dieses Gadet verbleibt immer auf der Startseite des Handys, man kann es zwar unten in einer Leiste verstecken, nach dem nächsten Neustart des Handys ist es jedoch wieder da. Am Akkusymbol ist permanent ein kleines "Sonnensymbol" zu sehen. Dieses hat die Farbe grau, wenn gerade nicht über Solar geladen wird und wechselt auf "orange", wenn genügend Sonneneinstrahlung vorhanden ist und der Ladevorgang beginnt.
Was mir auch nicht gefiel: Ich habe das Handy in der Farbe schwarz. Der Deckel ist jedoch anthrazitfarben. Die Oberfläche des Deckels besteht aus einer durchsichtigen Plastikscheibe, die sehr fingerabdruckanfällig ist. Hinzu kommt, dass das Handy durch diesen Deckel ca. 5mm dicker wird. Das ansonsten sehr gute Design des Handys wird dadurch verunstaltet - es sieht so aus, als wenn es nicht dazu gehört und wirkt unförmig.
Mein Tipp als Alternative zu diesem Deckel: Einfach ein zusätzliches USB-Datenkabel kaufen, denn das Handy läßt sich auch nur über USB sehr schnell aufladen. Nun mag vielleicht so mancher denken: "Was nützt mir ein USB-Kabel, wenn ich mich irgendwo in der Prärie befinde und dem Handy geht die Puste aus" - meine Meinung dazu: Als Outdoorhandy wurde das GD510 nicht konzipiert. Zuhause habe ich das Ladegerät und an meinem Arbeitsplatz ein USB-Datenkabel. Aufgrund der bereits erwähnten guten Akkulaufzeit mit einer recht genauen Anzeige muß man ohnehin nicht so oft nachladen wie bei anderen Smartphones.