Als langjähriger, äußerst zufriedener Samsung-Nutzer(zurzeit mit dem Galaxy S 2, das ich überwiegend in meiner Kanzlei nutze) habe ich unserem ältesten Sohn auf seinen Wunsch hin zu seinem 18. Geburtstag im September 2011 das LG Optimus Black gekauft.
Ich quittierte sein Interesse für ein Smartphone dieser Marke anfangs nicht ohne Skepsis , da ich aus früheren Zeiten LG sicher eher nicht als guten Hersteller für Handys in Erinnerung hatte. Meine Bedenken hätte ich mir, wie sich zwischenzeitlich herausstellte, sparen können, denn ich musste feststellen, daß die Unterschiede zwischen meinem Samsung Galaxy S2 und seinem LG P 970 bei weitem nicht so deutlich ausfallen, wie erwartet.
Bis auf den Doppel-Kern und die deutlich bessere, weil bedeutend schnellere Kamera in meinem Samsung kann das LG erstaunlich gut mithalten. Im Bereich Display (und nicht nur in diesem Bereich, ich komme später darauf zurück), vermag es sogar , dem Galaxy S 2 erstaunlich dicht auf den Fersen zu bleiben:
Darstellung und Kontrast dieses Touch-Screens mit LG's neuer 'Nova-Technologie' kommen nämlich im direkten Vergleich nicht viel schlechter weg als beim erstklassigen, aber gelegentlich etwa zu farblastigen scheinenden Super-Amoled meines S2. Erstaunlich jedoch: was Helligkeit und natürliche Farbwiedergabe angeht, setzt das LG Optimus Black offensichtlich doch neue Maßstäbe und übertrifft mein Samsung Galaxy S2 in der höchsten Helligkeitsstufe bei weitem. Mehr hierzu im Kapitel 'Display'.
Aussehen und Verarbeitung
Das LG Optimus Black ist optisch und damit basierend auf den Erfahrungen, die ich vor Jahren gelegentlich mit LG-Handys machte, ein Quantensprung. Die Optik gefällt mir fast so gut wie die meines Galaxy S2 (Ja! Ich gebe das unumwunden zu. Mir imponiert die rotzfreiche Samsung-Strategie, in gelungener Manier den iPhone-Look kopiert zu haben).
Die Verarbeitung des LG wirkt' nicht nur auf den ersten Blick, sondern auch bei näherer Betrachtung und vor allen Dingen beim Anfassen' erstaunlich hochwertig. Die trotz Plastikgehäuse, aber dafür durchgehender, ununterbrochener Glas-Front edel anmutende Oberfläche, das schlanke, schnörkellose Design, die fast unsichtbaren Spaltmaße und das geringe Gewicht von knapp 109 Gramm machen es zu einem kleinen, schlicht und dennoch wertig anmutenden Smartphone.
Nichts knarzt, nichts knirscht. Lediglich der dünne Plastik-Akku-Deckel auf der Rückseite des Gerätes nervt, wenn er denn mal entfernt werden soll. Daß ein Akku-Deckel so übertrieben fest sitzt, finde ich nicht gut. Ein klares Minus.
Handling, Größe und Gewicht
Entgegen dem bedauerlichen Trend zu immer größeren Displays und Geräte-Maßen, die in Größe und (Un-)Handlichkeit immer deutlicher abtriften in Richtung Mini-Tablet, setzt sich das Black wohltuend in die positive, weil entgegengesetzte Richtung ab.
Es liegt von Größe und Gewicht sehr angenehm in der Hand und macht sich alles andere als klotzig oder störend in der Hosentasche bemerkbar. Ich erwische meinen Sohn desöfteren amüsiert, wenn er nervös seine Jeanstaschen kontrolliert, offenbar festen Glaubens, dieses für ihn unverzichtbare Teil nicht mitgenommen zu haben.
Bezüglich der Kompaktheit des Gerätes bin ich jetzt beim dem Punkt angekommen, der dem LG gegenüber dem Samsung Galaxy S2 ein weiteres Mal im direkten Vergleich eine deutliche Überlegenheit verschafft:
Es ist dank seiner dem S2 nicht unähnlichen, flachen Bauweise und der Bildschirm-Größe von 'nur' 4 Zoll (mein Galaxy S2 hat offenbar die entscheidenden 0.3 Zoll zuviel) exakt noch in dem Bereich, in dem es sich spielerisch und mühelos mit einer Hand halten UND bedienen läßt.
Ausgerechnet diesen Umstand hatte ich mir bei meinem fantastischen S2 immer schon schön geredet. Das Galaxy S2 als Spitzen-Produkt der Samsung-Produkt-Palette hatte ich mir von Anfang an wohl handlicher gekuckt, als es sich im Nachhinein tatsächlich anfühlt und auch bedienen läßt. Es ist nämlich für die Einhandbedienung schlicht und einfach zu groß. Dabei habe ich, bei einer Körpergröße von knapp 1.90 Metern keineswegs kleine Hände.
Immer ist entweder ist die linke obere Bildschirm-Ecke zu weit entfernt oder mein rechter Daumen zu kurz.
So wird ausgerechnet der vermeintliche Vorteil eines größeren Displays wie das meines Galaxy S2 oder eines HTC Sensation XL (großartig zum Anschauen von Videos oder zum Betrachten und Bearbeiten von Word-Dokumenten)zum bedauerlichen K.O.-Faktor für Menschen, die ein Smartphone EINhändig bedienen wollen. Mit dem LG das wunderbar möglich, mit meinem Samsung leider ein Ding der Unmöglichkeit.
Kamera
Na ja. Es gibt hinsichtlich der Auslösezeit wesentlich bessere Handys. Das LG macht zwar anständige Fotos, doch reichen die bei der Qualität an die eines Samsung Galaxy S2 bei weitem nicht heran. Das fällt besonders dann auf, wenn es um großformatige Foto-Abzüge über DIN-A-4 ca. hinausgeht.
Video-Aufnahmen in HD sind jedoch kein Problem und sich nicht zu schnell bewegende Motive stellen ebenfalls kein Problem dar. Farbtreue und Tiefenschärfe liegen in einem für vergleichbare Geräte in dieser Klasse sehr akzeptablen Bereich. Negativ-Punkt eben: Im Kamera-Modus darf sich das Motiv nicht zu schnell bewegen. Schnappschüsse? Schade, unmöglich.
Akku-Laufzeit
Es ist schon auffällig, wenn - wie in einigen Bewertungen hier bei AMAZON zu lesen, beharrlich die vermeintlich schwache Akku-Laufzeit des LG Black moniert wird. In den meisten Fällen muß man zwangsläufig den Eindruck gewinnen, daß -mit Verlaub- der Mangel mit dem Akku nicht im Handy, sondern ' wie mein Sohn gerne zu sagen pflegt - in nicht wenigen Fällen davor sitzt.
Es steht doch jedem Kaufinteressenten frei, sich vor dem Kauf genügend Informationen zu verschaffen. Hätten die 1er-und 2er-Punkte-Rezensenten nämlich ein wenig aufmerksamer vor ihrem Kauf recherchiert, dann wäre ihnen nicht entgangen, dass ausnahmslos alle Androiden und sogar das sicherlich sehr gute Apfel-Produkt mit dem' 4 S' im Produktnamen bei eifriger Benutzung Probleme haben, mit einer Akku-Ladung deutlich länger als einen Tag auszukommen.
Beide Handys, mein Samsung Galaxy S II und das LG Optimus Black müssen bei intensiver Nutzung in aller Regelmäßigkeit abends an den Lader. Punkt.
Im normalen, gemischten Umgang mit Telefonieren, WLAN, Bluetooth und schnellen Daten-Netzen erreichen beide Geräte fast zwei volle Tage. Nicht überragend, aber akzeptabel unter der Berücksichtigung der Vielzahl technischer Features.
Interessant in Bezug auf die Akkuleistung von Androiden im Allgemeinen: Würden sich diejenigen, die sich über eine zu kurze Batterielaufzeit beschweren, ein wenig aufgeschlossener mit längst bekannten Energie-Spartipps (nachzulesen im Netz und einschlägigen Fachmagazinen) beschäftigt haben und auch nur einmal ernsthaft versucht haben, das android-typische Akku-Management generell zu begreifen, dann gäbe es solche unsinnigen 1-Punkte-Wertungen ausschließlich wegen angeblich mangelhafter Akku-Laufzeiten weder bei LG, noch bei anderen Marken de fakto nicht.
Denn durch die Anwendung kleiner, hinreichend bekannter Tricks und Kniffe läßt sich die Akku-Laufzeit jedes Android-Gerätes, einschließlich der eines LG Optimus Black, beträchtlich verlängern.
In nicht wenigen Fällen wird von (zum größten Teil kostenlosen) Apps berichtet, mit denen sich fast das Doppelte an Akku-Laufzeit erreichen läßt (hier beispielhaft zu nennen der Android-Assistant und der JuiceDefender aus dem Market). Mit Letztgenanntem kam ich überhaupt nicht zurecht, aber ich bin es ja auch nicht, der sich täglich mit solch kompliziert anmutendenden Anwendungen herumschlagen muß. Unser Sohnemann war anfangs auch enttäuscht von der Akku-Leistung, aber mit wachsender Anzahl der Aufladungen und mit Hilfe geeigneter Apps hat er es problemlos hinbekommen, die Akku-Laufzeit seines Gerätes um mittlerweile fast das Doppelte des hier und da Berichteten zu steigern.
Es scheint, er macht sich mittlerweile einen Sport daraus, ihm zuvor verborgene Reserven im Energie-Management seines Handys zu entdecken.
Display: Schärfe und Berührungs-Empfindlichkeit
Das in der Smartphone-Szene völlig neu entwickelte 'Nova-Screen' des LG Optimus Black ist in der Tat bemerkenswert scharf und - bei Bedarf- von bestechender bis hin zu unangenehm blendender Helligkeit. Im direkten Vergleich wirkt das Display meines wirklich ausgezeichnetes S2 in gewohnt überzeugender Super-Amoled-Brillianz gegenüber dem LG bei voll aufgedrehtem Bildschirm deutlich dunkler. Währenddessen das LG in Sachen Schärfe und Tiefen-Eindruck noch erstaunlich gut mit meinem S2 mithalten kann, übertrifft es bei voll aufgedrehtem Display in der Helligkeit jedoch locker dieses und alle mir bekannten Smartphones; selbst die eines iPhone 4s (vor kurzem bewundert) oder das eines Blackberry Bold 9700 von Bekannten und Freunden eingeschlossen.
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