Nachdem ich den Artikel wochenlang beobachtet und lange auf das Erscheinungsdatum gewartet habe, habe ich ihn zufällig bei uns vor Ort entdeckt. Also gleich eingepackt, den alten Röhrenmonitor vom Schreibtisch geschmissen (zum Glück unser Kaninchen verfehlt)und den LG aufgestellt. Der Aufbau (ich glaube es sind drei Teile) ist kaum erwähnenswert und sehr einfach. Ein VGA- und ein DVI-Kabel liegen bei, wer HDMI (1.4!) benutzen will, muss sich selbst ein Kabel beschaffen.
Als alles angeschlossen war habe ich den PC gestartet, der Monitor wurde unter Windows 7 sofort und problemlos erkannt und alles entsprechend auf Breitbild umgestellt. Die Bildqualität hat mich erstmal vom Hocker bzw. Bürostuhl gehauen. Sämtliche Vorbehalte, die ich hatte, da ich nur TFTs der älteren Generation kannte, wurden widerlegt. Der Bildschirm unterstützt die Full-HD-Auflösung, und die macht auch am PC echt was her. Auch die Farben sind für normale Nutzer, also wenn man nicht gerade professionelle Bildbearbeitung betreibt, absolut überzeugend.
Das Menü - sofern man es denn überhaupt jemals braucht - ist übersichtlich gestaltet und leicht zu bedienen. Wer also mit den Standard-Einstellungen nicht zufrieden ist kann recht einfach Farbe, Kontrast und Helligkeit nachregeln.
Dann habe natürlich sofort den beiliegenden 3D-Treiber ("TriDef") installiert (ebenso problemlos), um endlich auch mal in den Genuss von 3D zuhause zu kommen. Etwas Geduld brauchte ich dann noch, da schon ein erstes Update für die Software verfügbar war. Aber dann gings los. Dem Monitor liegen zwei sogenannte Polfilterbrillen bei, eine normale und eine mit einem Clip, um sie auf eine vorhandene Brille aufstecken zu können. Die Brille fühlt sich wesentlich besser an als die, die man aus dem Kino kennt, und ist auch hochwertiger verarbeitet. Auch nach längerem Tragen konnte ich keine Druckstellen oder sontiges bemerken.
Beim ersten Start der Software wird zunächst ein Kalibrierungsbildschirm angezeigt, sodass man sich und den Monitor ideal platzieren kann. Dies ist wichtig, da der 3D-Effekt nur in einem sehr begrenzten Blickwinkel ohne Doppelbilder etc. erzielt werden kann. Hier gibt es einen Minuspunkt für den Bildschirm: Er kann lediglich im Neigungswinkel verstellt werden, nicht aber in seiner Höhe. Wenn die Höhe also nicht passt muss man entweder den Bürostuhl höher/niedriger einstellen, oder aber den Bildschirm auf eine dickere Unterlage, ein Buch o.ä. platzieren. Ein weiterer, wenn auch kleiner Aspekt, der mir negativ aufgefallen ist: die Software selbst, mit der man die Inhalte (Filmdatei/DVD/Bilder/Spiele) auswählt, wird in 3D dargestellt. Nach Auswahl der Dateiart öffnet sich ein Fenster zur Auswahl der Datei selbst - leider in 2D und durch die Brille nur schwer zu lesen.
Nach dem alle Einstellungen gemacht, der Bürostuhl tiefergelegt und die Brille aufgesetzt waren, war es endlich soweit: 3D zuhause! Die beigelegte Software kann normale 2D-Inhalte in 3D umwandeln, wodurch man also auch bereits vorhandene Spiele, Bilder, DVDs und BluRays in 3D genießen kann - oder können soll. Ich war zunächst skeptisch, ob die 3D Effekte wirklich mit denen aus dem Kino vergleichbar sind. Für einen Vergleich wäre natürlich ein Film, der tatsächlich in 3D produziert wurde, sinnvoll. Einen solchen besitze ich leider nicht, daher kann ich nur meine Eindrücke schildern, die auf 2D-Produktionen beruhen.
Filme/DVDs: Der Effekt kommt stellenweise sehr gut zur Geltung, stellenweise aber auch wieder nicht. Ich denke, das hängt stark vom Film ab, und wie deutlich sich dort Vorder- und Hintergrund von einander abgrenzen. Dies muss die Software ja irgendwie erkennen und umrechnen. So war ich beispielsweise von dem 3D-Ergebnis beim Film "2012" enttäuscht (wobei meine Erwartungen auch recht hoch waren), Zombieland hingegen hat mich begeistert.
Spiele: Ebenso verhält es sich mit Spielen. Einige Spiele werden unterstützt, und die Ergebnisse sind absolut beeindruckend. Andere hingegen können anscheinend nicht umgewandelt werden, der 3D-Effekt ist gleich null. Hierzu gibt es aber eine Liste, die im Internet verfügbar ist. Soweit ich weiß wird diese mittels Updates laufend erweitert.
Bilder: Am meisten beeindruckt hat mich die Software allerdings bei der Umrechnung von Fotos und Bildern. Bislang konnten alle Bilder umgerechnet werden, da macht die Betrachtung der alten Urlaubsfotos gleich doppelt Spaß.
Alles in Allem kann ich den Monitor absolut empfehlen. Er bietet einen relativ günstigen Einstieg in die 3D-Welt, und die Technik ist einfacher und bedienerfreundlicher als die Shutter-Technik. Größter Nachteil ist für mich die Blickwinkelabhängigkeit. Ist der optimale Blickwinkel gefunden stellt dies aber kein Problem mehr da. Auch in der 2D-Nutzung kann das Gerät absolut überzeugen. Dank LED-Technik ist es relativ sparsam: die eingesparte Energie + den entsprechenden CO2-Wert im Vergleich zu einem herkömmlich beleuchteten Display (CCFL) wird nach jedem Start des Monitors angezeigt.
So, ich hoffe, dass ich mit diesem Bericht einigen bei der Entscheidung etwas helfen konnte. Ich selber wollte eigentlich auch die ersten Testberichte abwarten, aber die Ungeduld war dann doch zu stark...