Wie immer bei Legospielen kommt der Spaß nicht erst beim Spielen, sondern schon beim Zusammenbauen. Das ist dank der guten Anleitung einfach und bei einem Aufbauer locker in zehn Minuten erledigt. Diese Zeit brauchen die Mitspieler, um die Spielanleitung (vor-)zulesen und zu verstehen, es entsteht also keine unnötige Wartezeit.
Das Spielziel von UFO-Attack ist es, die eigene Rakete mit sieben Rohstoffen zu bestücken, um dann in den Weltraum abzuheben.
Die, in der Mitte des Spielfelds aufbewahrten, Rohstoffe in vier Farben (die im Englischen übrigens thematisch passender Energiemodule heißen - ein Übersetzungsfehler ins Deutsche?) können im Originalspiel auf drei Arten gesammelt werden: Durch passendes Würfeln und durch, ebenfalls erwürfelten, Diebstahl beim Gegner, das nennt sich dann erfolgreiche UFO-Attack. Es gibt noch die Möglichkeit, für drei gleichfarbige Module ein viertes geschenkt zu bekommen, das ist aber sehr unwahrscheinlich, weil dafür drei Mal hinter Einander die gleiche Farbe gewürfelt werden muss.
Hat man sieben Module, dann darf man ums Abheben der Rakete würfeln. Gelingt das, dann hat man gewonnen, wenn nicht muss man so lange weiter würfeln bis man entweder endlich starten darf oder der Gegner einem Module abnimmt (und vielleicht noch selbst gewinnt). Denn Module sammeln darf man nur, bis mit dem siebten die Raketenspitze aufgesteckt wird und die Rakete startklar ist.
Dies zeigt schon das größte Manko von Ufo-Attack: Das Spiel ist ein Glücksspiel, Strategie und Taktik spielen in der Originalversion keine Rolle. Das kann man mögen, wenn man keine Strategiespiele mag, da aber selbst "Mensch ärgere Dich nicht" mehr Taktik verlangt, macht dieser hohe Würfelanteil das Spiel meiner Meinung nach einfach nur langweilig. Schade.
Wir haben festgestellt, dass mit steigender Anzahl an Raketen auch der Spielspaß steigt, denn dann kann es tatsächlich passieren, dass Module ausgehen, es kommt öfter zu erfolgreichen UFO-Angriffen und der Würfel wird damit ein weniger unwichtiger.
Demzufolge kann ich das Spiel nur mit der Einschränkung für zwei Spieler empfehlen, dass sich jeder zwei Raketen nimmt. Ob diese dann als Team auftreten oder alle vier Raketen Konkurrenten sind, das tut dem Spaß keinen Abbruch.
Es gibt zwei vorgeschlagene Spielvarianten:
1) Außerirdische: Das rote Alien wird auf eine Raketenspitze gewürfelt und stellt für den Betroffenen nun eine dauerhafte Behinderung, er darf nicht mehr abheben, und latente Gefahr dar. Denn würfelt nun jemand eine erfolgreiche UFO-Attack gegen diesen Spieler, dann gehören ihm dessen gesamte Rohstoffe. Der Außerirdische wird tatsächlich erst dann wieder von der Raketenspitze genommen, wenn eine erfolgreiche UFO-Attack stattfand - oder er selbst eine UFO-Attack würfelt, denn dann kann er den Alien versetzen.
Das Spiel wird also aggressiver und es kann durchaus vorkommen, dass einer der Spieler sauer wird. Da man auch verlieren können sollte finde ich diese Variante pädagogisch sogar recht sinnvoll, auch wenn sie bei zwei Spielern aufgrund der dann sehr unausgeglichenen Chancen nicht empfehlenswert ist, selbst dann nicht, wenn man vier Raketen spielt.
2) Wer erhält als erster 12 Punkte? Für jedes Rohstoffmodul, das ein Spieler von der Basis wegbewegen kann, indem er mit seiner Rakete abhebt, gibt es einen Punkt, starten dürfen die Spieler, wenn sie von jeder Farbe ein Modul aufgesteckt haben. Man bekommt also schon mit dem ersten erfolgreichen Start sechs Punkte und wird wahrscheinlich mit mehr Punkten raus kommen, denn das Erwürfeln von vier gleichen Rohstoffen ist nicht leicht.
Leider muss ich sagen, dass der größte Spaß nicht im Spiel selbst lag, sondern darin, die Raketen zu fliegen, denn selbst in Erwachsenen wecken die das Kind, das mit den Raketen spielen und passende Geräusche machen möchte...
Die Haltbarkeit des Spiels ist hervorragend, wie bei Lego nicht anders zu erwarten.
Leider aber sind die Rohstoffmodule sehr klein und man sollte aufpassen, sie nicht fallen zu lassen, weil das Wiederfinden schwierig wird.
Das wäre weniger problematisch, wenn die Teile so leichtgängig wie bei anderen Legospielen wären, das sind sie jedoch nicht, im Gegenteil ist allein schon das Aufnehmen eines Moduls eine Herausforderung, die wenig Spaß macht. Schade.
Alles in allem bleiben drei Sterne für ein doch eher langweiliges Spiel mit zu hohem Glücksanteil.