Ein interessantes neues Konzept, das Lego hier verfolgt. Anstatt aufwändig Getriebe und Lenkungen basteln zu müssen (Lego Technic), hat man hier ein vorgefertigtes Modul, in das die Lenkung, und der Antrieb bereits fest integriert sind. Somit eignet sich das Modell auch für jüngere Konstrukteure, die sich noch nicht wirklich in der Welt der komplexeren Technik auskennen bzw. die dazugehörigen Anleitungen noch nicht gut durchschauen können. Hier heißt es, der sehr einfachen Anleitung Schritt für Schritt zu folgen (oder seiner eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen) und losspielen!
Die Steuerung ist nach kurzer Eingewöhnungszeit denkbar einfach. Mit der einen Hand beschleunigt man mittels eines kleinen Stiftschalters entweder vorwärts oder rückwärts und mit der anderen Hand bedient man ein kleines Lenkrad, das über eine einfache Konstruktion durch Drehung des Rades ebenfalls einen Stiftschalter bewegt, durch das der Wagen nach links oder rechts fahren kann.
Die komplette Steuerung kann man per separate Schiebeschalter invertieren, wobei mir der Sinn an dieser Funktion noch nicht klar geworden ist. Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht hilfreich für Linkshänder - aber dafür müsste man nicht nur die Steuerung invertieren, sondern auch tauschen können, sodass man statt mit dem rechten Hebel mit dem Linken die Lenkung ansteuern könnte - aber das ist leider nicht möglich.
Die Steuerung erfolg komplett kabellos über Infrarot (wie bei den meisten Fernsehgeräten und ähnlichen Geräten). Das heißt, dass man immer Sichtkontakt zum Fahrzeug behalten sollte. Ansonsten kann es vorkommen, dass Signale nur zerstückelt oder gar nicht am Fahrzeug ankommen - da kann es schonmal passieren, dass das Auto Dinge macht, die man nicht beabsichtigt hatte, wie beispielsweise eine Sekunde lang noch zu fahren, obwohl man den Hebel schon losgelassen hatte o.ä.
Desweiteren kann man das Fahrzeug über eine von vier frei wählbaren Frequenzen ansteuern, die man synchron jeweils an Fernbedienung und Fahrzeug einstellen kann. So ist es möglich, bis zu vier von den Flitzern gleichzeitig herumsausen zu lassen, ohne, dass sich die Fahrzeuge mit den Steuerungssignalen gegenseitig stören.
Der Motor, der den Wagen antreibt, ist meiner Meinung nach schön kräftig und ich konnte mit dem Wagen auch so einige Schrägen hochfahren.
Leider beherrscht der Wagen nur eine Geschwindigkeit - aber die ist noch ganz okay.
Die Lenkung ist eine recht einfache magnetisch geregelte, wie man sie häufig bei Funkflitzern sehen kann - das heißt, der Wagen lenkt ziemlich abrupt in die eine oder andere Richtung - es gibt keine Möglichkeit, den Einschlagwinkel zu dosieren.
Mit dieser Technik ist die Lenkung leider auch nicht besonders kräftig: Im Stand schafft es der Wagen nur geringfügig, die Vorderräder gleich einzuschlagen, wenn man die Lenkung betätigt. Am besten geht es, wenn der Wagen sich bewegt.
Diese Marotte der Lenkung macht sich ganz besonders auf Teppichböden beschwerlich bemerkbar, denn je nach beschaffenheit des Teppichs hat der Wagen auch bei voller Fahrt Probleme, zu lenken. Am besten funktioniert es auf ebenen, harten Flächen.
Auf dem Boden liegende Gegenstände können dem kleinen Flitzer schon Probleme bereiten, denn vorne unter dem Wagen ist ein recht niedrig angesetzter Prallschutz, den man nicht entfernen kann - wahrscheinlich, um die Vorderräder mit der Lenkung ein wenig zu schonen.
Alles an dem Bausatz besteht aus Kunststoff in gewohnt hoher Lego-Qualität. Es gibt an dem Modell eigentlich nichts, was einen besonders zerbrechlichen Eindruck macht, außer eventuell dieser schon erwähnte Prallschutz vorne unterm Wagen. Aber bisher hat er alles überlebt, obwohl er schon ziemlich häufig heftigen Kontakt mit der Wand und anderen Gegenständen hatte (3 1/2-jährige Tochter am Steuer) oder gar aus niedriger Höhe (30cm) fallen gelassen wurde (1 1/2-jähriger Sohnemann). Okay, nach solchen Crashs ist es natürlich klar, dass Teile abspringen und diverse Reparatuten durchgeführt werden müssen - aber das nimmt man wohl in Kauf, wenn man ein ferngesteuertes Auto aus Legosteinen herumsausen lassen will ;)
Überrascht bin ich etwas von der Ausdauer des Kleinen. Ich betreibe ihn mit einem Satz 2.000-mAh-Akku-Zellen und kann damit mehrere Stunden lang unbeirrt durch die Gegend sausen.
Alles in allem ein schöner kleiner Flitzer, der sein Geld, wie ich finde, durchaus wert ist.