Eine Spielkonsole kostet das gleiche, wenn man bedenkt. Hier werden aber im Spiel wirklich gefragte Kulturfähigkeiten erworben:
Fantasie, Kreativität, technisches Geschick und Denken in Prozessen und über Systemgrenzen hinaus.
Meinem Sohn (10) habe ich das Set geschenkt, nachdem ich mir sicher war, dass er nicht einfach mal wieder ein neues angesagtes Spielzeug haben will, sondern mir sein ernsthaftes Interesse an Mechanik und Programmierung gezeigt hat. Er kommt damit gut zurecht.
Für die Entscheidung für Lego bin ich auch froh. Die Anleitung ist für Kinder und Jugendliche in Ordnung, die ersten Erfolgserlebnisse, die weiteren "Appetit" machen, hat man nach kurzer Zeit.
Die folgenden technischen Eigenschaften, die der NXT bietet sind m.E. in Summe kaum zu überbieten:
+ Schrittmotoren mit Rotationsmessung
+ Ultraschall-Distanzsensor
+ Display und Lautsprecher zur Ausgabe von Klang und Grafik
+ Fernsteuerbar über Bluetooth
Dann gibt es unzählige nützliche Beiträge im Internet und eine Fülle von Tools. Selbst wenn die mechanischen Eigenschaften begrenzt sind (nur drei Motoren, Legotechnik-Formfaktor), ist das mehr als genug, um wirklich Robotik kennenzulernen.
Die mitgelieferte Software lies sich problemlos installieren und über Internet aktualisieren. Die Programmierung halte ich ohnehin für den schwierigeren Part der Robotik. Hierfür unterstützt die mitgelieferte Oberfläche die Fähigkeiten des NXT hervorragend. Blöcke, Schleifen, Entscheidungen, Sensorereignisse werden visuell konfiguriert. Abläufe können parallel ablaufen, es kann Kommunikation zwischen verschiedenen Programmteilen aufgebaut werden. Es werden mehrere unterschiedliche Datentypen unterstützt. Und man kann Daten dauerhaft auf dem Dateisystem des NXT speichern und später wieder auslesen. Gute Voraussetzungen, um seinem Roboter Gedächtnis und Erinnerung beizubringen.
Am Ende eines Spielnachmittags hat mein Sohn Freude, seine Errungenschaften vorzuführen und hat gleich eine weitere Idee, die er angehen will. Was sonst muss ein gutes Spiel leisten?
NACHTRAG von Januar 2009:
Nach gut einem halben Jahr Einsatz möchte ich eine ergänzende Stellungnahme machen:
- wenn der NXT mehr machen soll, als einfache Abläufe abzuspulen, was Kinder erst einmal toll finden mögen, dann muss man Konzepte entwerfen und wirklich programmieren; für Kinder geeignete Literatur dazu habe ich nirgends im Internet finden können. Deshalb glaube ich heute, dass der Einstieg mit 10 Jahren etwas zu früh ist. Dafür kann das Spielzeug natürlich nichts, es bleibt meines Erachtens genial. Aber der Hersteller LEGO könnte sich der jungen Mädchen und Jungen annehmen und ein ordentliches Handbuch beilegen oder wenigstens separat herausgeben.