Bei der vorliegenden Aufnahme handelt es sich um das beste Recital, das ich von Aliberti gehört habe. Wohltuend im Vergleich zu ihren neuesten Cds ist die Auswahl der Stücke, eine Mischung aus bekannten Szenen und Raritäten wie Torquato Tasso.
Schade, dass kein Chor bzw. andere Solisten aufgeboten werden können. Stimmlich ist Aliberti in guter Verfassung, sie wirkt für ihre Verhältnisse sicher, sogar spontan. Mit dem ätherischen Piano hat sie keine Probleme, das forte zeigt aber schon hier bisweilen eine Tendenz zur Schärfe und zum Überdruck. Die Geläufigkeit ist gut, das Timbre stellenweise etwas metallisch, in der Tiefen Lage stark verschattet - Eigenheiten der Stimme, die die Sängerin dazu, etwas "zerkaut" zu artikulieren.
Dafür ist sie zu dunklen Färbungen fähig, die sie hier kontrastreich und dramatisch einsetzt. Insgesamt das einzige mir bekannte Recital der Sängerin, dass ihren Bekanntheitsgrad gerechtfertigt erscheinen läßt.