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Nicht selten hat man Tiersens musikalische Enfälle als kinematografisch empfunden. Nicht wenige Regisseure machten sich dies zunutze, etwa André Techiné und Christine Carriere. Der Durchbruch gelang Tiersen dann auch mit der Musik zu dem entzückenden Film Die fabelhafte Welt der Amelie. In der Tat: beim Anhören mancher Stücke von L'Absente, etwa "A Quai" oder "La Lettre d' Explication", wähnt man sich in einem jener charmanten französischen Filme, in denen die kleinen Alltagsgeschichten- und Nöte mit großer Leichtigkeit und Heiterkeit erzählt werden. Ein bisschen Erik Satie ist bei Tiersens Musik dabei, ein bisschen französischer Chanson, ein bisschen Michael Nyman und sehr viel Phil Glass. Tiersens Hang zu steten, wenn auch in sich variablen Wiederholungen könnte man kurzum so beschreiben: musikalischer Minimalismus mit großer Wirkung. Doch auch der Meister wird gedacht. Das Solostück "Qu'en Reste-T-Il?" scheint sogar ganz im Geiste der Cellosuiten von Johann Sebastian Bach zu stehen.
Etliche Musiker hat Yann Tiersen um sich geschart. 43 Musiker des Wiener Sinfonieorchesters und ein Streichquartett gehören dazu; ebenso Lisa Germano, Neil Hannon (The Divine Comedy), Dominique A., Les Têtes Raides, Sacha Toorop (Zop Hopop), die Komödiantin Natacha Regnier, Christian Quermalet (The Married Monk) und viele, viele andere. Sie alle spielen die unterschiedlichsten Instrumente, klassische aber auch andere wie eine Melodica, Mandolinen, Banjo oder Akkordeon. Einen "multiinstrumentalen Minimalisten" nennt die Presse Tiersen zu Recht. Für mich ist er ein Musiker, der es versteht, auf der Klaviatur der Gefühle zu spielen. Und was ist großes Kino Anderes als große Emotionen? --Teresa Pieschacón Raphael
Alexander Jürgs / Intro - Musik & so
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fans vom Amelie Soundtrack kommen auf ihre Kosten,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: L'Absente (Audio CD)
Also zuerst einmal muss festgestellt werden, dass diese CD dem Amelie Soundtrack ähnlich ist. Leider sind auch 2 Lieder davon aus dem Soundtrack ("A Quai" und "Les jours tristes", jedoch bei letzterem diesmal mit Gesang).Generell finde ich jedoch diese Ähnlichkeit mit dem Amelie Soundtrack nicht störend. Mit der Erwartung: Ähnliche, aber doch neu konzipierte Lieder zu entdecken bin ich an die CD herangegangen und bin damit voll auf meine Kosten gekommen. "Le Jour d'Avant" und "Le Retour" erinnern vielleicht am Besten an den Soundtrack, jedoch bieten beide Lieder genügend neue Klänge und Melodien um sich von den Amelie Lieder zu unterscheiden. "La Parade" finde ich eines der besten Lieder. Sicherlich nicht gerade eines der fröhlichsten Lieder, aber gerade beim Klavier kommt man schnell in eine melancholische Stimmung und dieser Stimmung gebe ich mich gerne hin. Dasselbe gilt für "L'Absente". Etwas fröhlicher aber genauso gefühlvoll und genauso schön gibt sich "L'Échec". Und gerade diese gefühlvollen Klavierstücke sind es, die mir schon am Amelie Soundtrack am Meisten zugesagt haben (zb.: "Comptine D'un Autre ete : L'apres-midi"). "La Lettre d'Explication" sei noch erwähnt wegen seines durchaus experimentellen Characters - sehr witzig ist das Hämmern auf der Schreibmaschine mit der ebenfalls witzigen diskreten Melodie im Vordergrund und der stetigen langezogenen Melodie im Hintergrund. Bei "Bagatelle" stört mich der Gesang anfangs ein bisschen, sonst aber ebenfalls ein gelungenes Lied. Die 4 Sterne resultieren lediglich daraus, dass doch 2 Lieder bereits ebenfalls auf dem Soundtrack zu finden sind. Fazit: Für jeden Fan der Amelie CD sehr empfehlenswert, aber auch für andere die teils melancholische, melodische Musik lieben sehr zu empfehlen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Art Tagebuch,
Rezension bezieht sich auf: L'Absente (Audio CD)
An seinem neuen Album "L'Absente" (die Abwesende), so Yann Tiersen, habe er fast zwei Jahre lang gefeilt, wohingegen der Soundtrack zu "Amélie" in zwei Wochen entstanden sei. Der Erfolg stehe also in keinem Verhältnis zum Aufwand.Während der 31-jährige Bretone den Soundtrack komplett alleine eingespielt hat ("richtig" kann er zehn Instrumente spielen, bei den anderen sind es nur ein paar Töne, was aber oft schon genügt), lud er zu "L'Absente" Freunde und Kollegen ein, beispielsweise Neil Hannon von Divine Comedy oder die Schauspielerin Natacha Regnier. Auszeichnend sind auch die kuriosesten Instrumente, die er hierbei verwendet, um einen ganz bestimmten Klang zu erzielen: Glasorgeln, Plastikmelodia und Kinderklaviere. Yann Tiersen bezeichnet sein neues Album als eine Art Tagebuch, da es sich um persönliche Aufnahmen handelt, die einen bestimmten Abschnitt seines Lebens beschreiben. "L'Absente" lebt also von seinen sehr kontrastreichen Stücken; teilweise ruhig, melancholisch und doch sehr aufwühlend und dann wieder mit viel Lärm. Ein wunderschönes Album, meiner Meinung nach viel empfehlenswerter als der Soundtrack zu "Amélie". Schade nur, daß Englisch in den Liedtexten überwiegt, wo doch gerade Französisch hierfür viel ausdrucksstärker wäre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sternstunde der Musik,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: L'Absente (Audio CD)
Wie man diese CD allen ernstes schlecht bewerten kann, geht über mein Fassungsvermögen. Für mich ist das eine der vollkommensten Kompositionen im außerklassischen Umfeld; geradezu ein Variationswerk über die Melancholie, das es verbietet, die einzelnen Stücke aus dem Zusammenhang zu reißen und zu zitieren, wie manche Rezensenten das tun (um gleichzeitig auch noch Melancholie mit Depression zu verwechseln). Das nimmt dann geradezu groteske Züge an, wenn jemand schreibt, die gleichen Akkorde würden in mehreren Stücken vorkommen -- wohl nicht zufällig, wie man vermuten sollte. Zudem übersieht diese Kritik, wie sehr Yann Tiersen sich um musikalische Vielfalt bemüht: Sehr dezent und gekonnt werden verschiedene Sprachen, Stimmen, Stile, unterschiedlicher Sound und Instrumente eingesetzt. In der Vielfalt den Zusammenhalt zu bewahren ist keine leichte Aufgabe; diese CD hatte unter Garantie eine lange Entstehungsgeschichte. Wer Ohren hat zum Hören, der vergnüge sich mit ihr.
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