Ches Reise durch den Lateinamerikanischen Kontinent, die ihn für sein ganzes Leben prägen sollte, wird in diesem Buch aus seiner eigenen Sicht wiedergegeben. Klaus Laabs übersetzte Ches Aufzeichnungen aus dem spanischen. Sehr schnell bekommt man einen Eindruck von Ches Charakter, seiner offenen und aufgeschlossenen Art, seiner Willensstärke und Gerechtigkeitssinn. Das Buch liest sich wie ein Abenteuerroman und beinhaltet so ziemlich alles, was den meisten Backpackern auf Reisen dieser Art widerfahren kann. Durch Humor und Intelligenz in Teamarbeit mit seinem Freund Alberto versteht er es die Herausforderungen, die meist finanziell bedingt sind, zu bestehen. The motorcycle Diaries ist hier vielleicht ein wenig übertrieben gewählt. Tatsächlich beginnen die beiden ihre Reise motorisiert, doch schon nach einigen Etappen müssen sie ihr Gefährt aufgeben und mit anderen Mitteln ihre Ziele erreichen. Zum Ausdruck kommt auch an vielen Stellen die Gastfreundlichkeit, die für die meisten Bewohnern des Südamerikanischen Kontinents so charakteristisch ist. Leider sind die persönlichen Aufzeichnungen an manchen Stellen etwas dünn, was im Anhang durch Briefe und andere Quellen ausgeglichen wird. Vermisst habe ich auch eine etwas ausführlichere Einleitung, in der Ches Lebenssituation vor der Reise dargestellt wird. So bekommt man erst spät mit, daß Che nicht als Doktor sondern als Student kurz vor dem Abschluß abreist. So auch seine schwere Asthmakrankheit, die eine Reise dieser Art und mit den wenigen finanziellen Mitteln nicht unerheblich beeinträchtigt.
Alles in allem ein lesenswertes Buch.